Stand: 12.08.2020 12:40 Uhr

MHH sieht russischen Corona-Impfstoff kritisch

Die vom russischen Investmentfonds Russian Direct Investment Fund zur Verfügung gestellte Aufnahme zeigt Ampullen mit einem neuen Impfstoff gegen das Coronavirus im Nikolai Gamaleya Nationalzentrum für Epidemiologie und Mikrobiologie auf einem Tisch. © picture alliance/Alexander Zemlianichenko Jr/Russian Direct Investment Fund/AP/dpa
Der in Russland zugelassene Impfstoff gegen das Coronavirus wird in Deutschland mit großer Skepsis gesehen.

Auf den ersten Blick ist es eine Nachricht, die angesichts wieder steigender Corona-Zahlen Hoffnung macht: Russland hat als erstes Land einen Impfstoff gegen das Virus zugelassen. Die Experten in Deutschland sind allerdings skeptisch. Das Paul-Ehrlich-Institut, das hierzulande für die Zulassung von Impfstoffen zuständig ist, warnt vor der Impfung. Und auch Experten der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) halten das Vorgehen Russlands für gefährlich.

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Impfstoff-Test mit nur 76 Probanden

Das Land habe vorschnell gehandelt, sagte der MHH-Immunologe Reinhold Förster NDR 1 Niedersachsen. Die Daten über den russischen Impfstoff beruhten lediglich auf 76 Probanden. Das sei eigentlich nur die erste von drei Stufen im üblichen Verfahren, so Förster. "Es sind viel zu wenig Menschen getestet worden."

Experten warnen vor Nebenwirkungen

Die Wissenschaft habe zudem die Sorge, dass durch die Impfstoffe Antikörper injiziert würden, die eventuell die Krankheit sogar verschlimmern können. "Und das ist natürlich zum einen für die Betroffenen extrem schwierig, aber natürlich auch für die ganze Situation weltweit höchst problematisch, weil dann die Bereitschaft sehr schnell sinken wird, dass sich Menschen impfen lassen", sagte Förster. Bevor ein Impfstoff zugelassen wird, müsse daher mehr getestet werden, auch um mögliche schwere Nebenwirkungen zu entdecken.

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NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.08.2020 | 12:00 Uhr

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