Ein Arzt operiert einen Patienten am Knie. © dpa-Bildfunk Foto: Sven Hoppe

Jahr 2020: 295 Behandlungsfehler in Niedersachsen entdeckt

Stand: 12.10.2021 14:53 Uhr

In Niedersachsen haben Gutachter der Krankenkassen im vergangenen Jahr 295 Behandlungsfehler festgestellt, durch die Patienten gesundheitlich geschädigt wurden. Die Quote ging leicht zurück.

Schwere Schädigungen werden etwa dadurch verursacht, dass Patienten verwechselt werden, dass sie falsche Medikamente oder Medikamente in falscher Dosierung erhielten oder dass nach einer Operation Fremdkörper in ihrem Körper zurückblieben. Insgesamt überprüfte der Medizinische Dienst Niedersachsen (MDN) im vergangenen Jahr 1.243 Verdachtsfälle. Die Quote der aufgedeckten Fehler lag demnach bei 23,7 Prozent. 2019 betrug sie 25,9 Prozent.

MDN: Flächendeckende Strategie für Sicherheit fehlt

Der MDN kritisierte, dass es keine abgestimmte, flächendeckende Strategie für die Sicherheit von Arztpraxen und Krankenhäuser gebe. Nach wie vor blieben zahlreiche Fälle unbekannt. Das liege zum einen daran, dass sie nicht zentral erfasst und zum anderen von den Betroffenen nicht als Fehler erkannt würden. "Es fehlt an Transparenz", kritisierte MDN-Sprecher Martin Dutschek. "Während es zum Beispiel in Sicherheitsbereichen wie dem Straßenverkehr und der Luftfahrt genaue Zahlen über Geschädigte gibt, stochern wir in der Gesundheitsversorgung nach wie vor im Nebel."

2.826 Behandlungsfehler mit Schaden bundesweit

Laut einem Bericht des Medizinischen Dienstes der Krankenkassen (MDK) wurden in ganz Deutschland im vergangenen Jahr 2.826 Behandlungsfehler festgestellt, bei denen der Fehler zu einem gesundheitlichen Schaden des Patienten führte. Insgesamt hatte der MDK 14.042 fachärztliche Gutachten zu vermuteten Behandlungsfehlern erstellt. Zwei Drittel der Vorwürfe bezogen sich laut MDK demnach auf die Behandlung in der stationären Versorgung, zumeist in Krankenhäusern, und ein Drittel auf Arztpraxen. Das hänge damit zusammen, dass sich die meisten Behandlungsfehler-Vorwürfe auf operative Eingriffe bezögen, die zumeist in der stationären Versorgung erfolgten, erklärte eine Leitende Ärztin des Medizinischen Dienstes Bayern.

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