Stand: 28.02.2020 14:30 Uhr

Jäger kritisieren Verzögerungen bei Jagdscheinen

Ein Jäger trägt einen geschossenen Fuchs über eine schneebedeckte Waldlichtung. © dpa Foto: Friso Gentsch
Im April beginnt die neue Jagdsaison - viele Jäger warten aber noch auf ihre Jagdscheine. (Archiv)

Den Jägern in Niedersachsen geht es zu langsam: Sie beklagen Verzögerungen bei der Ausstellung und der Verlängerung der Jagdscheine. Grund für die längeren Wartezeiten ist eine Neuregelung des Waffengesetzes. Seit 20. Februar 2020 müssen die Behörden, die für die Ausstellung der Dokumente zuständig sind, zunächst beim Verfassungsschutz nachfragen, ob über den Antragsteller Erkenntnisse vorliegen. Nach Angaben des Landkreises Celle sind alle Waffenbehörden angewiesen, Anträge auf waffenrechtliche Erlaubnisse zurückzustellen, bis ein Verfahren zur Einholung der Auskunft des Verfassungsschutzes abgestimmt ist. "Mehr als ärgerlich", hieß es dazu von der Landesjägerschaft (LJN) am Freitag.

LJN spricht von "bürokratischer Fehlplanung"

Es sei weder nachvollziehbar noch akzeptabel, wenn die Antragssteller aufgrund einer "bürokratischen Fehlplanung nicht rechtzeitig ihren Jagdschein erhalten". Der Gesetzgeber hätte dies anders lösen müssen, findet die LJN, zum Beispiel mit einer Übergangsvorschrift. "Uns ist seitens des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums signalisiert worden, dass man mit Hochdruck an einem Verfahren arbeitet, das es ermöglichen soll, den Antragsstellern zumindest rechtzeitig zum 1. April 2020 - dem Beginn des neuen Jagdjahres - den Jagdschein zu erteilen. Wir erwarten, dass dies auch so umgesetzt wird", so der Sprecher weiter.

Kein Vorstoß - nur Reaktion

Spätestens nach den tödlichen Anschlägen von Halle und Hanau (der mutmaßliche Täter war Sportschütze, d. Red.) war bundesweit immer wieder auch über das Waffenrecht debattiert worden. Die jüngste Verschärfung ist, zu Teilen, seit 20. Februar in Kraft. Andere Vorschriften gelten dagegen erst ab 1. September 2020. Bei der LJN sieht man sich trotzdem im Recht: Die Kritik sei kein Vorstoß der LJN, sondern lediglich eine Reaktion auf das, was derzeit in den Behörden vor sich gehe, sagte ein Sprecher NDR.de. Es gehe ausschließlich um die Verlängerung der Jagdscheine - mit allen anderen Punkten des Waffenrechtes habe es nichts zu tun.

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Drei Jäger wandern mit einem Jagdhund. © chromorange Foto: CHROMORANGE / Bilderbox

Niedersachsen: Interesse am Jagdschein bleibt groß

4.163 Menschen haben 2019 in Niedersachsen die Jagdschein-Prüfung absolviert. 19 Prozent fielen durch. 2018 hatten sogar 5.000 Menschen die Prüfung absolviert. (26.01.2020) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 28.02.2020 | 17:00 Uhr

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