Eine Gruppe junger Menschen sitzt im Garten und grillt gemeinsam. © picture alliance Foto: Jiri Hubatka

Inzidenz über 10: Auch in Osnabrück drohen Verschärfungen

Stand: 15.07.2021 16:15 Uhr

Der Anstieg des Corona-Inzidenzwerts könnte auch in der Region Osnabrück zu einer erneuten Regelverschärfung führen. Sorgen bereitet den Verantwortlichen ein diffuses Infektionsgeschehen.

In der Stadt und im Landkreis Osnabrück sowie in der Grafschaft Bentheim lag die Sieben-Tage-Inzidenz wochenlang unter dem ersten Corona-Schwellenwert. Am Donnerstag wurde die kritische Marke von 10 aber überschritten. Damit drohen wie bereits seit Mittwoch in Wolfsburg und seit Donnerstag in der Region Hannover wieder Regelverschärfungen. Welche genau, ließen die Behörden noch offen.

Kein Hotspot in Osnabrück

In der Stadt Osnabrück gibt es offenbar keinen zentralen Hotspot, sondern ein eher diffuses Infektionsgeschehen, wie ein Stadtsprecher dem NDR sagte. Anders sieht es im Landkreis Osnabrück aus. Hier sorgte ein Corona-Ausbruch auf einem Schlachthof im benachbarten Landkreis Cloppenburg für hohe Infektionszahlen. Zahlreiche Mitarbeitende von Danish Crown in Essen wohnen in Quakenbrück. Auch in der Grafschaft Bentheim mit einem Inzidenzwert von 14 kennt man nach Angaben der Verwaltung die Ursache: Eine privat organisierte Abi-Fahrt nach Llorett de Mar in Spanien hatte 27 Corona-Fälle zur Folge. Dass die benachbarten Niederlande der Grund für die höheren Zahlen sind, dafür gebe es keinen Beleg, so eine Sprecherin des Landkreises.

Eine Grafik informiert über den aktuellen Stufenplan zur Öffnung des Handels. © Niedersächsische Staatskanzlei
Liegt der Wert bei über zehn, kann es wieder zu diesen Einschränkungen kommen.

Seit Donnerstag gelten in der Region Hannover strengere Corona-Auflagen. Das hat auch Auswirkungen auf Abi-Partys und -Bälle. Bei Feiern mit einem offiziellen Veranstalter seien Masken zu tragen und die Abstandsregeln einzuhalten, sagte ein Behördensprecher. Veranstaltungen in geschlossenen Räumen mit mehr als 100 Gästen - wo teilweise auch gestanden wird - müssen vorab genehmigt werden. Das geht aus der neuen Allgemeinverfügung der Region Hannover hervor. Vor rund zwei Wochen hatten sich bei privaten Abi-Partys in Hannover und Burgdorf jeweils drei beziehungsweise vier junge Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Glücklicherweise seien nicht mehr Fälle hinzugekommen, sagte der Sprecher. In der Region Hannover lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Mittwoch den fünften Tag in Folge über dem Grenzwert von 10. Gelockert werden können die schärferen Regeln laut Landesverordnung erst dann wieder, wenn der Inzidenzwert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 10 liegen sollte.

Wolfsburg: Discos und Clubs nur noch mit halber Kapazität

In Wolfsburg gilt bereits seit Mittwoch "Stufe 1". Zu den wichtigsten Regelungen gehören vorerst wieder Kontaktbeschränkungen von maximal zehn Personen drinnen und draußen, geschlossene Feiern in Restaurants mit nicht mehr als 100 Personen sowie eine Maskenpflicht auf Wochenmärkten. Discos und Clubs dürfen nur noch bis zu 50 Prozent ihrer Kapazität nutzen. Reisende, die in einem Hotel übernachten wollen, müssen einen negativen Corona-Test bei Ankunft vorlegen, außerdem sind während des Aufenthalts zwei Tests pro Woche vorgeschrieben. Das Wolfsburger Gesundheitsamt hatte zuletzt mehrere räumlich unabhängige Infektionsherde registriert. Diese können nach Angaben der Stadt nicht eindeutig zugeordnet werden, weil sich die Betroffenen bei größeren Menschenansammlungen wie beim Public Viewing zur Europameisterschaft angesteckt haben sollen.

Niederlande: Hohe Inzidenz beunruhigt Grenzregion

Jenseits der Grenze in den Niederlanden ist die Inzidenz wieder in die Höhe geschossen. Landesweit liegt der Wert dort über 200, in einigen Regionen wie Groningen sogar bei mehr als 360. Dennoch können derzeit noch die Menschen beidseits der Grenze ohne Maßnahmen wie Tests oder Impfnachweis in das andere Land fahren. Zudem leben in der Grafschaft viele Personen, die in den Niederlanden arbeiten. Landrat Uwe Fietzek (parteilos) appellierte deshalb an alle Bürgerinnen und Bürger, auf alle nicht notwendigen Reisen ins Nachbarland zu verzichten. Eine Sprecherin des Landkreises Emsland betonte, dass die Verwaltung nichts unternehmen könne, solange die Bundesregierung die Niederlande nicht als Risikogebiet einstuft.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 15.07.2021 | 18:00 Uhr

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