Stand: 28.02.2018 15:08 Uhr

Niedersachsens Gewässer werden auf Keime untersucht

Der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) hat angekündigt, Gewässer auf multiresistente Erreger untersuchen zu lassen. Damit reagiert er auf entsprechende Untersuchungen des NDR. Reporter hatten exemplarisch an mehreren Orten in Niedersachsen Proben aus Flüssen, Bächen und Seen genommen. Überall fanden sich multiresistente Bakterien. Ärzte, Wissenschaftler und Politiker zeigten sich angesichts der Funde alarmiert.

Auf der Spur der Superkeime

200 Proben geplant

Die für die Gewässerkontrollen zuständigen Ministerien in Niedersachsen hatten zunächst keinen Handlungsbedarf gesehen. Nun arbeitet die Landesregierung jedoch an einem Konzept einer flächendeckenden Untersuchung. Damit sollen die vom NDR gesammelten Daten erweitert werden. An etwa 70 verschiedenen Stellen sollen rund 200 Proben genommen und analysiert werden. "Am Ende brauchen wir eine große Datenbasis, um auch Schlussfolgerungen ziehen zu können", sagte Lies am Mittwoch im Landtag in Hannover. Die Proben sollen unter anderem an Kläranlagen oder auch in Regionen mit hoher Viehdichte genommen werden. Untersucht werden sollen ebenfalls Stellen im Küstenbereich sowie vermeintlich unbelastete Standorte. Bis zum Sommer sollen die Ergebnisse vorliegen.

Lies will Bund und andere Länder mit ins Boot holen

Lies sprach davon, dass es "Wissenslücken" gebe. "Wir wissen zurzeit noch zu wenig über die Wirksamkeit und Übertragungswege von Resistenzen über den Pfad der Umwelt. Ebenso gibt es momentan weder national noch international Kriterien oder Grenzwerte zur Bewertung von multiresistenten Keimen." Deshalb appellierte er an andere Bundesländer, ebenfalls solche Untersuchungen vorzunehmen. Außerdem forderte er den Bund dazu auf, einheitliche Standards für die Datenerhebung und die Bewertung zu erarbeiten. "Es ist notwendig, die Kenntnisse über die Menge, die Risiken und die Bekämpfung multiresistenter Keime in Gewässern zu verbessern", sagte Lies.

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