Stand: 04.05.2020 07:58 Uhr

Friseure öffnen - aber viele Kunden müssen warten

Friseure bereiten sich auf eine Wiederöffnung unter Coronabedingungen vor. © dpa-Bildfunk Foto: Robert Michael
Friseursalons in Niedersachsen bereiten sich auf die Wiedereröffnung vor - und müssen dabei Hygieneregeln beachten. (Themenbild)

Grauer Haaransatz, missglückte Färbung, Pony in den Augen: So manch einer wartet dieser Tage sehnlich darauf, dass der Friseur seines Vertrauens wieder öffnet. Erlaubt ist das in Niedersachsen ab heute wieder - nach einer sechswöchigen Zwangspause wegen der Corona-Pandemie. Doch viele, die ihre zerzausten Haare in die perfekte Frisur verwandeln lassen wollen, müssen sich noch etwas länger gedulden. "Alle Kunden würden natürlich am liebsten sofort am 4. oder 5. Mai zu uns kommen", sagte Manuela Härtelt-Dören vom Landesinnungsverband des niedersächsischen Friseurhandwerks. "Das geht leider nicht." Viele ihrer Kollegen seien ausgebucht, hätten volle Terminbücher und Wartelisten.

VIDEO: Waschen, Schneiden, Föhnen: Friseure öffnen (3 Min)

Friseure müssen Hygieneregeln einhalten

Damit eine weitere Ausbreitung des Coronavirus trotz der Wiedereröffnung der Salons möglichst gering bleibt, gibt es vorgeschriebene Hygienestandards. Einen branchenspezifischen Arbeitsschutzstandard für Friseurbetriebe in der Corona-Krise hat die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) erarbeitet. Demnach gelten folgende Regeln:

  • Friseure und Kunden müssen einen Mund-Nase-Schutz tragen
  • nach jedem Kunden müssen Friseure Einmalhandschuhe sowie den Mund-Nasen-Schutz wechseln und ihre Hände desinfizieren
  • Kunden sollten sich nach dem Betreten des Salons die Hände waschen oder desinfizieren
  • Kunden und Beschäftigte mit Symptomen einer Atemwegsinfektion dürfen sich nicht im Salon aufhalten
  • rund um jeden Arbeitsplatz muss ein Abstand von 1,5 Metern zu anderen Beschäftigten und Kunden gewahrt werden können
  • die einzelnen Arbeitszonen sollten markiert oder abgesperrt werden
  • vor jedem Haarschnitt werden die Haare im Salon gewaschen, weil derzeit laut BGW nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich Coronaviren an Haaren anlagern
  • für jeden Kunden müssen unbenutzte oder gereinigte Scheren etc. verwendet werden
  • nicht erlaubt sind gesichtsnahe Dienstleistungen wie Augenbrauen- und Wimpernfärben, Rasieren und Bartpflege
  • die Räume müssen gut durchlüftet sein
  • um Kontakte mit Geräten so gering wie möglich zu halten, dürfen sich Kunden die Haare nicht selbst föhnen

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Salons dokumentieren Kundendaten

Laut der Verordnung der niedersächsischen Landesregierung sind die Salons zudem verpflichtet, den Namen und die Kontaktdaten des Kunden sowie den Zeitpunkt des Betretens und Verlassens des Salons zu dokumentieren und drei Wochen aufzubewahren. So sollen mögliche Infektionsketten nachvollziehbar bleiben. Kunden, die mit der Datenerhebung nicht einverstanden sind, dürfen laut Landesregierung nicht bedient werden.

Schwarzarbeit in den vergangenen Wochen?

Seit dem 23. März waren Friseursalons in ganz Deutschland geschlossen. Härtelt-Dören vom Landesinnungsverband, die ihren Laden in Göttingen hat, hat in der Zwischenzeit trotzdem Menschen mit perfekten Haarschnitten gesehen. Sie könne sich das nur mit Schwarzarbeit erklären. das jedoch könne "nicht im Sinne des Erfinders sein".

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 04.05.2020 | 08:00 Uhr

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