Stand: 26.08.2019 15:30 Uhr

Ernte: Besser als 2018 - aber unter Durchschnitt

Der Boden war schon durch den extremen Sommer des vergangenen Jahres trocken und auch in diesem Jahr hat es bislang zu wenig geregnet. Das hat Folgen - auch für die Getreideernte der niedersächsischen Landwirte. Das Landesamt für Statistik (LSN) hat am Montag in Hannover unter Bezug auf vorläufige Zahlen mitgeteilt, dass 2019 zwar mehr Getreide geerntet wurde als im Vorjahr, und zwar insgesamt 6 Millionen Tonnen. Doch trotz dieses Zuwachses von über 26 Prozent: Gegenüber dem Durchschnitt der Jahre 2012 bis 2017 ist die Ernte um 5 Prozent geringer ausgefallen.

Trockenheit entlang der B214 und der B1

Bis auf einige Gebiete an der Nordseeküste ist die Getreide- und Rapsernte im Land mittlerweile beendet. Die höchsten Erträge wurden dabei in den Regionen erzielt, in denen die Böden viel Wasser speichern können - etwa in den Marschen und sogenannten Regenstaulagen im und um den Harz. Auf den Sandböden an der Küste und den Lößböden südlich des Mittellandkanals herrscht dagegen ein anderes Bild: Hier gab es dem Landesamt zufolge starke Ertragsrückgänge im Vergleich zu den Durchschnittsjahren. Entlang der Bundesstraße 214 von Lingen über Celle nach Braunschweig etwa und der B1 von Hameln nach Braunschweig hätten die Landwirte vergeblich auf Niederschläge gehofft.

Weniger Anbaufläche - weniger Winterraps

Videos
03:01
Hallo Niedersachsen

Trockenheit sorgt für große Ernte-Unterschiede

23.08.2019 19:30 Uhr
Hallo Niedersachsen

Die Erntebilanz in Niedersachsen fällt wegen der Trockenheit erneut schlechter aus als im Durchschnitt, jedoch besser als 2018. Es gibt starke regionale Unterschiede. Video (03:01 min)

Wie das Landesamt weiter mitteilte, fiel die Winterrapsernte mit 261.300 Tonnen um 15 Prozent geringer aus als im Vorjahr - unter anderem bedingt durch den Rückgang der Anbaufläche gegenüber 2018 um fast 28 Prozent. Das habe mehrere Gründe, so ein LSN-Sprecher gegenüber NDR.de. "Winterraps wird Ende August ausgesät. Da es sehr trocken war, hatten die Landwirte kein schönes Saatbett für Rapskörner und haben es dann bleiben lassen." Dazu habe durch das Verbot sogenannter Neonicotinoide, also Insektenvernichtungsmittel, die Schädigung durch Rapserdflöhe und andere Käferarten bei dieser Frucht stark zugenommen.

Die Daten haben laut Landesamt einen Stand vom 19. August dieses Jahres und wurden durch Schätzungen mit Stand Ende Juli/Anfang August ergänzt. An der Umfrage zur Getreideernte nahmen 1.171 Landwirte teil. Beim Raps beruht das Ergebnis auf Angaben von 395 Betrieben.

Weitere Informationen

Ernte 2019: Landwirte hoffen auf mehr Regen

Gute Prognose für das Wintergetreide - aber Sorgen um Kartoffeln, Rüben und Co: Für die Jahreszeit zu wenig Niederschläge und das Defizit aus dem Dürrejahr 2018 beunruhigen das Landvolk. (26.02.2019) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 26.08.2019 | 17:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

03:13
Hallo Niedersachsen
01:14
Hallo Niedersachsen
04:20
Hallo Niedersachsen