Ein Hirschkäfer sitzt auf einem Baumstamm. © picture alliance/Zoonar/Gerhard Butke Foto: Gerhard Butke

Einigung im Bundestag: Mehr Schutz für Insekten soll kommen

Stand: 12.06.2021 10:52 Uhr

Nach monatelangem Streit über das Insektenschutzprogramm der Bundesregierung haben Umwelt- und Agrarausschuss des Bundestages grünes Licht für das Gesetz gegeben.

von Katharina Seiler

Die Umwelt- und Agrarpolitiker von Union und SPD haben am Freitagnachmittag dem umstrittenen Insektenschutzprogramm zugestimmt. Streitpunkt war, wie die Landwirte für Einkommenseinbußen entschädigt werden können. Um Insekten und Biotope besser zu schützen, sieht das Insektenschutzpaket nämlich vor, dass Landwirte auf bestimmten Flächen Pflanzenschutzmittel nur noch eingeschränkt anwenden dürfen. Das aber hätte für die Bauern Einkommensverluste zur Folge.

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Einbußen der Landwirte können mit 90 Millionen Euro ausgeglichen werden

Die Agrarpolitiker der Union haben deshalb darauf bestanden, dass die Landwirte für diese Einbußen einen finanziellen Ausgleich bekommen. Das aber konnte die Bundesregierung aus rechtlichen Gründen nicht garantieren. Die Lösung: Die Bundesländer haben auf der Agrarministerkonferenz beschlossen, dass sie sich finanziell beteiligen, sodass die Einbußen der Bauern mit insgesamt 90 Millionen Euro ausgeglichen werden können. Das war vor allem für die Bundesländer wichtig, in denen es nicht wie in Niedersachsen bereits freiwillige Kooperationen zwischen Landwirten und Umweltverbänden gibt. Mit der Einigung vom Freitag kann das Gesetz in zwei Wochen vom Bundestag verabschiedet werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 12.06.2021 | 08:00 Uhr

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