Stand: 25.08.2019 10:56 Uhr

E-Zigaretten: Wenker fordert Werbeverbot

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Martina Wenker ist seit 2006 Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen. Seit 2011 ist sie zudem Vizepräsidentin der Bundesärztekammer.

Niedersachsens Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker fordert ein Werbeverbot für E-Zigaretten und Shishas. Der Dampf könne schädliche Substanzen enthalten, deren toxilogische Wirkung niemand kenne, sagte die Lungenfachärztin. Die Inhaltsstoffe der verdampften Flüssigkeiten, der sogenannten Liquids, die es mit und ohne Nikotin gibt, werden in der Regel nicht ausgewiesen. Daher sei es irreführend, die E-Zigaretten als weniger schädlich als Zigaretten zu bewerben - vor allem in Hinblick auf Jugendliche, so Wenker.

Langzeitstudien fehlen

Die Ärztekammerchefin, die in einer Hildesheimer Lungenklinik arbeitet, wies zudem darauf hin, dass es noch keine aussagefähigen Langzeitstudien zu den Auswirkungen des Nikotins aus E-Zigaretten gebe. "Vor allem Jugendlichen wird weis gemacht, das sei eine gesündere Alternative zum Rauchen", beklagte Wenker.

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Verkauf an Jugendliche seit 2016 verboten

In Deutschland dürfen E-Zigaretten und E-Shishas seit 2016 nicht mehr an Kinder und Jugendliche verkauft werden. Die Werbung auf Plakaten und etwa über soziale Medien im Internet ist aber weiter erlaubt. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert bereits seit Mai 2018 ein komplettes Werbeverbot. Neben schädlichen Inhaltsstoffen moniert der Verband die psychologische Wirkung.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 25.08.2019 | 09:00 Uhr

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