Stand: 18.08.2018 13:51 Uhr

Dürre: Schäden für Bauern höher als angenommen?

Die norddeutschen Bundesländer verzeichnen offenbar deutlich höhere Dürreschäden in der Landwirtschaft, als bislang angenommen. Nach Informationen der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ) haben die Länder Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein eine geschätzte Schadenshöhe von 1,933 Milliarden Euro an den Bund gemeldet. Etwa die Hälfte davon entfällt auf Niedersachsen. Eine Sprecherin des Bundeslandwirtschaftsministeriums wollte sich am Sonnabend nicht zu den Zahlen äußern.

Bund entscheidet kommende Woche über Hilfen

Geschätzt werden die Beträge unter anderem von den Landwirtschaftskammern. Der Bund berät derzeit darüber, ob er wegen der extremen Dürre in diesem Jahr zusätzliche Hilfen für die Landwirtschaft bereitstellt. Am Mittwoch soll es eine Entscheidung geben. Dann will Agrarministerin Julia Klöckner (CDU) den Erntebericht ins Kabinett bringen, wo die Schäden als "nationales Ausmaß" eingestuft werden müssten, um nach 2003 erstmals wieder Dürre-Nothilfen zu zahlen.

Bauernverband bekräftigt seine Forderung

Der Bauernverband hatte wiederholt finanzielle Unterstützung für die Landwirte verlangt, und zwar in Höhe von einer Milliarde Euro. Verbandspräsident Joachim Rukwied forderte jetzt in der NOZ Bund und Länder erneut auf, die Nothilfesituation zu erklären und ein Hilfsprogramm für die betroffenen Bauern auf den Weg zu bringen.

Das Landvolk Niedersachsen hält die Milliarden-Forderung des Bauernverbandes indes für falsch. Stattdessen hatte sich das Landvolk dafür ausgesprochen, einen Großteil der EU-Direktzahlungen bereits zum Oktober auszuzahlen und Ackerland freizugeben, das eigentlich geschont werden sollte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 18.08.2018 | 12:00 Uhr

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