Passanten in der Hannover Innenstadt beim Einkaufen, Weihnachtsbaum im Vordergrund. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner

Corona: Städte wollen Händlern im Weihnachtsgeschäft helfen

Stand: 24.11.2020 10:36 Uhr

Auch die Innenstädte in Niedersachsen wollen trotz der Corona-Krise vom Vorweihnachtsgeschäft profitieren. Angesichts der geschlossenen Gastronomie dürfte das schwieriger werden.

Der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen, Mark Alexander Krack sagte, dass Aktionen mit Blick auf den sogenannten Black Friday und die Adventszeit ein wichtiger "Impulsgeber für den stationären Handel in den Innenstädten" sein könnten. Trotz der geöffneten Geschäfte leide auch der Handel unter dem Teil-Lockdown.

Umsatz 30 bis 40 Prozent geringer

Derzeit verzeichnen die Städte nach Daten des Handelsverbands weiterhin zwischen 40 und 50 Prozent weniger potenzielle Käufer. Der Umsatz fällt Krack zufolge besonders im Innenstadtbereich um 30 bis 40 Prozent geringer aus. Bonus-Aktionen wie in Meppen oder Stadtgutscheine wie in Braunschweig könnten Umsätze in der eigenen Stadt halten. Für Krack sind sie ein effizientes Hilfsmittel, um das deutliche Zeichen zu setzen, "wir tun etwas".

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Shopping-Bonus soll Einzelhandel helfen

In Meppen im Landkreis Emsland verschenken der Stadtmarketingverein (WiM) und der Verein für Wirtschaft und Werbung (VWW) beim Kauf eines Meppener Einkaufsgutscheins einen Shopping-Bonus von zehn Prozent. "Mit dieser Aktion wollen wir dem Einzelhandel unter die Arme greifen", sagte Ansgar Limbeck, Geschäftsführer des Stadtmarketingvereins, kurz vor dem Start der Aktion, für die seit Mitte November ein Budget von 20.000 Euro zur Verfügung stand.

Erste Bilanz in Braunschweig: 2.000 Gutscheine verkauft

In Braunschweig werden seit rund drei Wochen Stadtgutscheine angeboten, die den lokalen Händlern helfen sollen. Davon sind mehr als 2.000 Exemplare mit einem Gesamtwert von über 75.000 Euro verkauft, sagte eine Sprecherin des Stadtmarketings in einer ersten Bilanz. Darunter seien auch einige Großbestellungen von Unternehmen, die beispielsweise ihren Mitarbeitern eine Freude machen möchten.

"Kreativer als der reine Online-Handel werden"

Aus Sicht des Handelsverbands Niedersachsen-Bremen haben die Innenstadt-Händler längst verstanden, dass bei den bevorstehenden Rabatt-Tagen "Black Friday" und "Cyber Monday" nicht um einen Kampf gegen das Online-Geschäft geht. "Beides muss zwingend zusammengedacht werden", sagte Geschäftsführer Krack. Auch für den Städte- und Gemeindebund sollten die Innenstädte mehr gute Ideen umsetzen. Sie müssten dabei wieder Vielfalt darstellen und besser, schneller und kreativer als der reine Online-Handel werden, sagte Sprecher Thorsten Bullerdiek.

Rekordumsätze erwartet

Trotz der Corona-Krise rechnete der Handelsverband Deutschland (HDE) kürzlich mit Rekordumsätzen im deutschen Einzelhandel an den bevorstehenden Rabatt-Tagen. Insgesamt könnten die Verbraucher bei der Schnäppchenjagd Ende November rund 3,7 Milliarden Euro ausgeben, prognostizierte der HDE in der vergangenen Woche. Das wären 18 Prozent mehr als im Vorjahr. Der "Black Friday" findet in diesem Jahr am 27. November statt, der "Cyber Monday" drei Tage später am 30. November.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 24.11.2020 | 11:00 Uhr

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