Corona-Regeln: Weihnachtsmärkten mit 2G und Maskenpflicht

Stand: 27.11.2021 17:10 Uhr

Mit der neuen Corona-Verordnung für Niedersachsen sind auch die Regeln für Weihnachtsmärkte verschärft worden. Mit Blick auf die Hospitalisierungsrate gilt überall 2G sowie Maskenpflicht.

Geöffnet haben unter anderem bereits die Weihnachtsmärkte in der Altstadt von Hannover, in Osnabrück, Oldenburg und in Hildesheim. Hier gilt wie überall das 2G-Modell für Verzehr und Fahrgeschäfte. Geimpfte und genesene Gäste erhalten Armbändchen. Die Stadt Hannover hat angekündigt, bei schwerwiegenden Verstößen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen alle Buden zu schließen. In Göttingen ist der Weihnachtsmarkt ebenfalls gestartet. Bummeln darf hier jeder und jede. Fürs Glühweintrinken, Essen und die Karussells gilt ebenfalls 2G. Standbetreibende und Ordnungsdienste kontrollieren die dafür ausgeteilten Bändchen. Weihnachtsmärkte gibt es außerdem in Wolfsburg, Einbeck, Northeim, Holzminden, Meppen, Uslar, Osterode, Lingen und Nordhorn.

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Eine Frau zeigt ein Stäbchen für einen Nasenabstrich für einen Schnelltest auf Sars-CoV-2 © dpa picture alliance Foto: Julian Stratenschulte

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Oberbürgermeister plädierten für 2G-Weihnachtsmärkte

Die niedersächsischen Oberbürgermeister hatten sich am Sonnabend für Weihnachtsmärkte mit 2G-Regeln ausgesprochen. Einer Absage der Märkte stehen sie skeptisch gegenüber. "Nach sehr eingehender Beratung" spreche sich die Oberbürgermeisterkonferenz des Niedersächsischen Städtetags für die Durchführung von Weihnachtsmärkten unter 2G-Bedingungen aus, teilte Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) stellvertretend mit.

Wer zahlt Schaustellern den Schaden?

Absagen kämen die Kommunen wohl teuer zu stehen, sollten sie nicht von der Corona-Verordnung des Landes gedeckt sein. Die Städte wären nach Informationen des NDR in Niedersachsen dann in der Regresspflicht. Vom Land ist kein Schadenersatz vorgesehen. Allerdings hätten Schausteller die Möglichkeit, eine Förderung von Fixkosten nach Maßgaben der Überbrückungshilfe III Plus des Bundes zu beantragen, teilte das niedersächsische Wirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Die Antragsfrist soll demnach bis Ende März 2022 verlängert werden. Das Wirtschaftsministerium plant zudem "mit Inkrafttreten im Januar 2022 eine Aufstockung der Überbrückungshilfen III und III Plus für Schausteller und Veranstalter aus Mitteln des Corona Sondervermögens", teilte eine Sprecherin mit.

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Infektionsrisiko für einige Kommunen nicht vertretbar

Doch nicht alle Kommunen wollen vermeidbare Infektionsrisiken eingehen. Angesichts der Pandemie-Lage sei die Veranstaltung nicht tragbar, hieß es unter anderem aus Goslar. "Mit der Entscheidung, die uns unglaublich schwergefallen ist, reagieren wir auch auf die Sorgen der Akteure des Weihnachtsmarktes", sagte die Geschäftsführerin des Goslarer Stadtmarketings, Marina Vetter. Ähnlich begründen auch andere Kommunen ihre Entscheidung.

Standbetreiber sagen Weihnachtsmarkt in Hann. Münden ab

In Hann. Münden haben sich nach Angaben eines Sprechers vom Stadtmarketing die Standbetreibenden für eine Absage entschieden. Als Grund führten sie die verschärften Corona-Auflagen des Landes an. Die Betreibenden gehen dem Sprecher zufolge davon aus, dass bald die Warnstufe 2 gelten wird, was für den Weihnachtsmarkt eine FFP2-Maskenpflicht und 2G-Plus bedeuten würde, dass also nur Geimpfte und Genesene den Weihnachtsmarkt betreten dürfen, die zusätzlich einen tagesaktuellen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Das hätten die Betreibenden den Verkäuferinnen und Verkäufern in den Buden nicht zumuten wollen, so der Sprecher.

Im Folgenden finden Sie eine Aufzählung weiterer abgesagter Weihnachtsmärkte. Bitte beachten Sie dabei den Veröffentlichungszeitpunkt des Artikels und dass NDR.de keine vollständige Liste vorliegt.

Abgesagte Weihnachtsmärkte in Niedersachsen:

  • Aerzen (Landkreis Hameln-Pyrmont)
  • Bockhorn (Landkreis Friesland)
  • Bückeburg - Schloss Bückeburg (Landkreis Schaumburg)
  • Cloppenburg
  • Dransfeld (Landkreis Göttingen)
  • Duderstadt (Landkreis Göttingen)
  • Goslar
  • Hann. Münden (Landkreis Göttingen)
  • Kirchhatten (Landkreis Oldenburg)
  • Lehrte (Region Hannover)
  • Lingen - Kulturweihnachtsmarkt (Landkreis Emsland)
  • Melle-Buer (Landkreis Osnabrück)
  • Neuenburg (Landkreis Friesland)
  • Nörten-Hardenberg (Landkreis Northeim)
  • Northeim - nur Weihnachtskrammarkt
  • Nienhagen (Landkreis Celle)
  • Ostercappeln (Landkreis Osnabrück)
  • Papenburg (Landkreis Emsland)
  • Quakenbrück (Landkreis Osnabrück)
  • Rodenberg (Landkreis Schaumburg)
  • Sandkrug (Landkreis Oldenburg)
  • Sögel - Schloss Clemenswerth und Heimathof (Landkreis Emsland)
  • Stadtoldendorf (Landkreis Holzminden)
  • Wittmund

53 Prozent gegen Öffnung der Weihnachtsmärkte

Laut einer repräsentativen Umfrage von Infratest dimap im Auftrag des NDR Niedersachsen hält mehr als die Hälfte der Niedersachsen (53 Prozent) die Öffnung von Weihnachtsmärkten für falsch. Dabei sind es besonders die Älteren, die dieses Angebot ablehnen. Die Umfrage wurde vom 11. bis zum 16. November erhoben.

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Die Schausteller hatten das Öffnen der Weihnachtsmärkte trotz steigender Corona-Inzidenzwerte vorab verteidigt. Von Veranstaltungen unter freiem Himmel geht nach Ansicht des Landesverbands Niedersachsen der Markt- und Schaustellerbetriebe keine Gefahr aus. Sollten die Weihnachtsmärkte wegen einer möglichen Verschärfung der Corona-Regeln wieder schließen müssen, wäre das "der finanzielle Todesstoß der Branche", sagte Harald Müller, Vize-Vorsitzender des Landesverbands.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Regional Osnabrück | 26.11.2021 | 06:30 Uhr

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