Stand: 05.09.2020 16:32 Uhr

Corona-Hilfen: Entlastung für Studierende möglich

Studierende demonstrieren für mehr Unterstützung in der Coronazeit, vor dem Niedersächsischen Wissenschaftsministerium. © dpa-Bildfunk Foto: Swen Pförtner
Studierende hatten Corona-Hilfen vom Land gefordert. (Themenbild)

Niedersachsen will den 210.000 Studierenden im Land in der Corona-Krise mit mehreren Maßnahmen entgegenkommen. So erwägt die Regierung, den angehenden Wissenschaftlern eine Art Freisemester einzuräumen. Wissenschaftsminister Björn Thümler sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (NOZ): "Ich halte eine Verlängerung der Regelstudienzeit für denkbar." Diese solle einmalig auf ein Semester begrenzt sein, so Thümler. Für den Fall, dass die Landesregierung dem entspreche, werde die Förderhöchstdauer des BAföG ebenfalls um ein Semester angepasst. Niedersachsens Universitäten sollen zudem die Möglichkeit bekommen, die Langzeitstudiengebühren für ein Semester zu erlassen.

Keine Rückzahlung von Semesterbeiträgen

Studenten hatten in der vergangenen Woche in Hannover für Corona-Hilfen demonstriert. Dem studentischen Ansinnen, Semestergebühren zurückzubezahlen, erteilte Thümler allerdings eine Absage. "Es wird keine Geldrückflüsse geben", sagte der CDU-Politiker. Der Minister kündigte zugleich Entlastungen für Erstsemester an. Sie sollen vorrangig an Präsenzveranstaltungen teilnehmen können. Bei Prüfungen hätten Hochschulen individuelle Gestaltungsmöglichkeiten, beispielsweise durch die Wahl alternativer Formate oder Verschiebungen.

Grüne fordern schnelles Handeln

Die niedersächsischen Grünen kritisieren die Landesregierung und werfen ihr vor, die Nöte der Studenten zu ignorieren. Die Fraktion hat im April einen Antrag zur Verlängerung der Regelstudienzeit in den Landtag eingebracht. "Bisher gibt es dazu keine Entscheidung", sagte die Fraktionssprecherin der Grünen für Wissenschaft und Hochschulen, Eva Viehoff. "Völlig unverständlich", findet Viehoff dies, eine Änderung im Hochschulgesetz sei schließlich kein großer Aufwand. Niedersachsens Koalition blockiere sich in dieser Frage, während andere Bundesländer Klarheit längst geschaffen hätten. "Es wird jetzt kurz vor Beginn des Wintersemesters höchste Zeit, die Betroffenen nicht länger im Unklaren zu lassen", sagte Viehoff. "Sie haben aktuell ein Semester weniger Zeit als andere Studierende, um trotz ausgefallener Kurse und Prüfungen ihr Studium in Regelstudienzeit zu beenden."

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 05.09.2020 | 07:00 Uhr

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