Stand: 17.07.2020 17:57 Uhr

Biolandwirtschaft wächst - auf niedrigem Niveau

Ein Erntehelfer zeigt auf einem Feld frisch geerntete Bio-Bohnen. © dpa-Bildfunk Foto: Julian Stratenschulte/dpa
Allmählich nimmt die Biolandwirtschaft mehr Fläche in der niedersächsischen Landwirtschaft ein. (Themenbild)

Der Anteil des Ökolandbaus in Niedersachsen ist im vergangenen Jahr gewachsen. Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums nahm die ökologisch bewirtschaftete Fläche um 12,1 Prozent auf nun 120.675 Hektar zu. Das entspricht einem Plus von knapp 13.000 Hektar. Bundesweit lag die Wachstumsrate bei nur 7,7 Prozent. Allerdings hinkt Niedersachsen mit der Gesamtzahl der ökologisch bewirtschafteten Flächen dem Bundesdurchschnitt deutlich hinterher. Während hierzulande 4,7 Prozent der Landwirtschaftsflächen ökologisch bewirtschaftet werden, sind es bundesweit 9,7 Prozent.

Größter Zuwachs 2020 im Landkreis Diepholz

Auch in diesem Jahr hat die Biolandwirtschaft nach Angaben des Kompetenzzentrums Ökolandbau Niedersachsen zugenommen. Den größten Flächenzuwachs verzeichnete demnach der Landkreis Diepholz mit 1.760 Hektar, gefolgt von den Landkreisen Wolfenbüttel mit 1.240 Hektar, Lüneburg mit 990 Hektar und dem Emsland mit 951 Hektar. Mit 25 neuen Biobetrieben seien im Emsland so viele Landwirte in die Ökolandwirtschaft eingestiegen wie in keiner anderen Region. Dort seien vor allem Geflügel-Bio-Betriebe entstanden. Als Grund dafür nannte das Kompetenzzentrum Ökolandbau die gestiegene Nachfrage nach Bio-Eiern. "Dort, wo die Strukturen passen und die Abnahme gesichert ist, wächst der Ökolandbau am stärksten, und Öko-Tierhaltung zieht Öko-Ackerbau nach sich", sagte die Chefin des Kompetenzzentrums, Carolin Grieshop.

Spitzenreiter ist der Osten Niedersachsens

Den größten Anteil von ökologisch bewirtschafteten Flächen gibt es indes im Osten Niedersachsens. Der Landkreis Lüchow-Dannenberg stehe nach wie vor an erster Stelle, so das Kompetenzzentrum. Dort stieg die Öko-Fläche um 220 Hektar auf einen Anteil von 16,7 Prozent. An zweiter Stelle steht demnach der Heidekreis, an dritter der Landkreis Lüneburg. In den Regionen mit intensiver Viehhaltung, wie den Landkreisen Cloppenburg und Vechta und der Grafschaft Bentheim, würden dagegen wenig neue Öko-Ställe gebaut und die Zahl der Öko-Flächen stagniere, sagte Grieshop.

Land fördert Öko-Modellregionen

Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) begrüßte das starke Wachstum des Öko-Sektors. Es zeige, dass die Fördermaßnahmen Früchte trügen. Mit Holzminden, Goslar und Uelzen seien in diesem Jahr die ersten Öko-Modellregionen gestartet. Die Nachfrage nach Öko-Produkten aus der Region soll dort gezielt gestärkt werden - in der Ernährungswirtschaft wie auch im Einzelhandel. Bis zu 60.000 Euro pro Jahr erhalten die Modellregionen dafür jeweils vom Land - und das über drei Jahre. Niedersachsen strebt an, dass der Anteil der Öko-Flächen in zehn Jahren bei 15 Prozent liegt.


22.07.2020 12:04 Uhr

Hinweis der Redaktion: Wir hatten zunächst berichtet, die Ökoland-Fläche in Niedersachsen sei 2019 auf knapp 13.000 Hektar gewachsen. Richtig ist: die Fläche ist um knapp 13.000 Hektar gewachsen und beträgt nun insgesamt mehr als 120.000 Hektar. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

 

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 17.07.2020 | 16:00 Uhr

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