Mit Latexhandschuhen bezogene Hände ziehen AstraZeneca Impfstoff mit einer Spritze aus einer Ampulle. © dpa-Bildfunk Foto: Matthias Bein

AstraZeneca-Impfstopp: Folgen für Niedersachsens Kommunen

Stand: 16.03.2021 18:44 Uhr

Es herrscht große Verunsicherung nach dem Aussetzen der Impfungen mit dem AstraZeneca-Impfstoff. Wie geht es weiter?

Eigentlich sollte es endlich vorangehen mit den Impfungen. Mit der Einbindung von Niedersachsens Hausärzten erhoffte sich das Land einen Schub - und die Aussicht, die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus bald lockern zu können. Nun die Entscheidung, die Impfungen mit dem AstraZeneca-Wirkstoff vorerst zu stoppen, nachdem es zu seltenen Thrombosen bei sieben Geimpften in Deutschland gekommen war. Für Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) ein herber Rückschlag, wie er am Montag dem NDR in Niedersachsen sagte. "Das wirft uns zurück." Nun könne auch nicht mehr garantiert werden, dass die Hausärzte Mitte April in die Verabreichung der Impfdosen integriert würden. Was bedeutet der Stopp konkret für bereits Geimpfte? Wie geht's weiter in den Regionen?

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Hirnvenenthrombose extrem selten

Jens Wagenknecht vom Hausärzteverband beruhigt erst einmal: Wer schon geimpft ist, müsse sich keine Sorgen mehr machen, sagte er dem NDR in Niedersachsen. "Diese Hirnvenenthrombose ist ein akutes Krankheitsbild, das sich auch nicht nur durch Kopfschmerzen zeigt, sondern einhergeht mit neurologischen Symptomen wie Sehstörungen oder Lähmungen." Eine Hirnvenenthrombose sei extrem selten und nicht verwechselbar mit einer Grippe.

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Ärztekammer-Präsidentin setzt weiter auf AstraZeneca

Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, geht davon aus, dass der AstraZeneca-Impfstoff wieder freigegeben wird und die Impfkampagne nicht auf Dauer leidet. Bei der Anti-Baby-Pille liege das Risiko, Thrombosen zu erleiden, deutlich höher. Die Impf-Pause bezeichnete Wenker als reine Vorsichtsmaßnahme. Sie warb dafür, den AstraZeneca-Impfstoff weiter wie geplant in den Arztpraxen einzusetzen, wenn er wieder freigegeben werden sollte.

Die Konsequenzen, ein regionaler Überblick

Peine

Impfungen mit AstraZeneca bleiben ausgesetzt, teilt der Landkreis mit. "Hier handelt es sich um priorisierte Berufsgruppen (Lehrer und Erzieher, Arztpraxen, Physiotherapeuten), diese haben in Absprache mit uns einen Impftermin erhalten. Soweit möglich, wurden die Träger der Einrichtungen von uns informiert. Wie es mit AstraZeneca weitergeht, ist auch hier noch völlig unbekannt."

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Hameln-Pyrmont

Für alle Über-80-Jährigen, die ihren Impftermin über das Online-Portal oder die Telefon-Hotline des Landes Niedersachsen bereits gebucht haben, bleiben die Termine in den kommenden Tagen im Impfzentrum Hameln uneingeschränkt bestehen, berichtet der NDR in Niedersachsen. Der Grund: Hier war der Einsatz des Biontech-Impfstoffes vorgeplant.

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Landkreis Celle

Hier müssen Tausende Impftermine abgesagt werden. Näheres ist bislang nicht bekannt.

Northeim

Das Northeimer Impfzentrum hat die Impfungen mit dem Vakzin des Herstellers AstraZeneca eingestellt. Die für die nächsten Tage geplanten Termine, bei denen dieser Impfstoff verabreicht werden sollte, müssen laut NDR in Niedersachsen verschoben werden. Davon betroffen sind nicht nur die Termine im Impfzentrum, sondern auch die Einsätze der mobilen Teams, die in dieser Woche in Einrichtungen unterwegs gewesen wären. Es werde jetzt versucht, die betroffenen Personen zu informieren.

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Esens

Das Impfzentrum in Esens (Landkreis Wittmund) hat das Impfen mit AstraZeneca ebenfalls eingestellt. Hiervon sind auch alle Impfungen mit diesem Vakzin betroffen, die durch das Impfzentrum in seiner eigenen Terminvergabe bereits bis zum 27. März geplant waren, berichtet der NDR in Niedersachsen. Das Impfzentrum wolle versuchen, alle Betroffenen zu benachrichtigen und die vereinbarten Termine abzusagen. Ausdrücklich weist das Impfzentrum darauf hin, dass Impfungen mit dem Impfstoff der Firma Biontech/Pfizer von dieser Aussetzung nicht betroffen seien. Hier fänden die Zweitimpfungen wie geplant ab dem 24. März statt.

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Stadt und Region Hannover

Hier wirkt sich der Impfstopp zunächst auf Schulen und Kitas aus. Dienstag und Mittwoch sollten dort eigentlich mobile Impfteams im Einsatz sein. Im Impfzentrum dagegen müssen bis einschließlich Freitag erst einmal keine Termine abgesagt werden. Dort würden im Moment die Impfstoffe von Biontech und Moderna verimpft, heißt es.

Wilhelmshaven

Hier sind keine Termine betroffen, alle 1.000 Impfungen bis zum Wochenende würden mit dem Biontech-Vakzin vorgenommen.

Göttingen

Hier sind Personen unter 65 betroffen, die über die Prioritätenliste zur Impfung zugelassen waren (z.B. Mitarbeitende von Arztpraxen, Erzieherinnen und Erzieher) und bereits einen Impftermin vereinbart hatten. Etwa 3.000 Termine fallen nach Informationen de NDR in Niedersachsen aus. Nachholtermine stünden noch nicht fest. Nicht betroffen sind Personen, die einen Termin über die Terminvergabe des Landes (Landes-Hotline oder Online-Impfportal) vereinbart haben. Diese Personen erhalten den Wirkstoff von Biontech oder Modern.

Stade

Betroffen sind in dieser Woche 650 geplante Impfungen von Personen, die in Kitas und Grundschulen tätig sind. Deren Termine am 17. und 19. März können mangels eines alternativen Impfstoffs nicht durchgeführt werden, heißt es. Wann die Termine nachgeholt werden können, steht derzeit noch nicht fest. In dieser Woche bleibe es aber bei rund 3.200 vergebenen Terminen mit den Impfstoffen von Moderna und Biontech.

Lüneburg

Wer ab Mittwoch einen Termin im Corona-Impfzentrum hat und diesen Termin nicht über den Arbeitgeber vereinbart hat, könne sich ganz normal auf den Weg machen, heißt es aus Lüneburg. Diese Personengruppe erhalte wie vorgesehen die Erst- beziehungsweise Zweitimpfung mit dem Wirkstoff von Biontech. Die für diese Woche vorgesehenen Impfungen von Erzieherinnen und Erziehern, Lehrkräften und medizinischem Personal fallen dagegen aus. Die Einrichtungen würden dazu vom Impfzentrum kontaktiert.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 16.03.2021 | 14:00 Uhr

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