Stand: 15.06.2016 15:11 Uhr

Angler fürchten Verbote an Flüssen und Seen

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Angeln in der Nacht könnte an bestimmten Seen und Bächen verboten werden. (Themenbild)

Angler gelten als ruhige Zeitgenossen, die mit viel Geduld und Muße ihrem Hobby nachgehen. Ein Praxisleitfaden für das EU-weite Schutzgebietenetz "Natura 2000" bringt sie jetzt jedoch aus der Fassung. Die Angler fürchten, dass sie künftig von bestimmten Seen, Flüssen und Bächen verbannt werden. Denn das Papier legt nahe, dass Angeln und Artenschutz nicht immer vereinbar sind. Auch für das Nachtangeln und Anfüttern von Fischen werden Verbote vorgeschlagen. Der Anglerverband Niedersachsen (AVN) sieht seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Umwelt nicht gewürdigt, fühlt sich übergangen und in seiner Rolle missachtet.

Angelrute mit See im Hintergrund

Angler fürchten Angelverbote

Hallo Niedersachsen -

Viele Angler fürchten Einschränkungen, vielfach sogar grundsätzliche Angelverbote in Naturschutzgebieten. Der Praxisleitfaden "Natura 2000" beunruhigt sie.

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"Das Papier gehört abgeschafft"

Von einem "Schlag ins Gesicht" der organisierten Angler spricht AVN-Präsident Werner Klasing. Durch aktive Naturschutzarbeit der Angler seien vielerorts erst die Zustände geschaffen oder wiederhergestellt worden, die heute eine Schutzgebietsausweisung rechtfertigten. Das Papier gehöre abgeschafft, fordert Klasing. Bei einer Neuauflage müsse der mit 90.000 Mitgliedern größte anerkannte Naturschutzverband des Landes, und damit die Angler als Experten für Fischarten- und Gewässerschutz, mit an den Tisch.

"Nur empfehlender Charakter"

Erstellt wurde die "Arbeitshilfe Natura 2000" von Experten der Naturschutzverwaltungen in den Landkreisen sowie von Fachleuten des Landesbetriebes für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) - das dem Umweltministerium unterstellt ist. Herausgeber ist der Niedersächsische Landkreistag (NLT) als kommunaler Spitzenverband. "Das Papier sei nur unverbindlich und habe empfehlenden Charakter", beschwichtigte NLT-Chef Hubert Meyer. Einschränkungen bei bestimmten Natura-2000-Gebieten könnten allerdings nötig sein, um Arten und Lebensräume wirkungsvoll zu schützen. Das zuständige Umweltministerium betonte, dass jeder konkrete Einzelfall geprüft werden müsse. Und zur Beruhigung der Gemüter hieß es weiter: Das Freizeitangeln werde in der Regel wohl eine geringe Beeinträchtigung der betreffenden Gebiete darstellen.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 15.06.2016 | 16:00 Uhr

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