Schweine liegen im Stall eines Mastbetriebes. © picture alliance/dpa Foto: Carsten Rehder

Agrarministerkonferenz berät über Anträge aus Niedersachsen

Stand: 01.10.2021 16:00 Uhr

Bei der Agrarministerkonferenz in Dresden haben die Ministerinnen und Minister der Länder über die Zukunftsaussichten für die Landwirtschaft diskutiert. Anträge aus Niedersachsen standen im Mittelpunkt.

Zum einen ging es um die Situation der Schweinehalter, die seit Monaten mit fallenden Preisen und sinkendem Absatz zu kämpfen haben. Zum anderen um Milchviehbetriebe, die auf Grünland kaum von den geplanten Öko-Regelungen in der ab 2023 beginnenden Förderperiode der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) profitieren können. Die niedersächsische Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast forderte deshalb Unterstützung und Planungssicherheit für die Höfe. "Keine Tierhaltung ist keine Lösung", sagte die CDU-Politikerin laut einer Mitteilung ihres Ministeriums. "Wo sollen denn die Currywürste für Berlin herkommen? Am besten aus deutschen Ställen, wo wir nach hohen Standards produzieren und die Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln versorgen können." Otte-Kinast betonte, sie sei froh, "dass wir heute einen breiten Schulterschluss herstellen konnten."

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Minister wollen staatliches Tierwohl-Label

Die Agrarminister sprachen sich den Angaben zufolge für den Umbau zu tierwohlgerechter Haltung aus, darunter Auslauf- und Freilandhaltung und 5D (Geburt, Aufzucht, Mast, Schlachtung und Zerlegung in Deutschland). Außerdem forderten sie den Bund auf, einen verpflichtenden Aufschlag auf alle tierischen Produkte und ein verbindliches staatliches Tierwohl-Label einzuführen. Mit diesem Geld könnten Landwirte dann in tierwohlgerechte Ställe investieren. "Die verpflichtende Tierwohlabgabe ist längst überfällig", betonte Otte-Kinast.

Keine Beschlüsse zur Milchviehhaltung

Auch beim Thema Milchviehhaltung fand der Antrag aus Niedersachsen laut dem Agrarministerium breite Unterstützung, es gab aber noch keinen Beschluss. "Landwirte, die auf Grünland wirtschaften, müssen eine faire Chance bekommen", sagte Otte-Kinast. Dennoch haben eine Mehrheit der Länder das gesamte GAP-Paket angesichts des engen Zeitplans nicht mehr aufknüpfen wollen. Vorgesehen ist, dass das Bundeskabinett noch im November dem nationalen Strategieplan zustimmt.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Niedersachsen | Aktuell | 01.10.2021 | 16:00 Uhr

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