Stand: 20.12.2019 07:02 Uhr  - Niedersachsen 18.00

Abschuss von Wölfen wird erleichtert

Bild vergrößern
Die Jagd auf auffällige Wölfe soll durch eine geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes erleichtert werden.

Der Abschuss von besonders aggressiven Wölfen soll in Deutschland künftig erleichtert werden. Das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Nach dem Plan von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) soll ein Abschuss künftig auch dann möglich sein, wenn unklar ist, welcher Wolf aus einem Rudel Weidetiere gerissen hat. Es sollen so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden können, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Die Behörden der Länder müssen aber jeden Abschuss weiterhin einzeln genehmigen. Auch im Niedersächsischen Landtag sorgte der Plan schon vorab für Aufsehen - am Mittwoch wurde im Landtag hitzig debattiert.

Allgemeinverfügung soll Jäger vor rechtlichen Konsequenzen schützen

In Niedersachsen soll laut Umweltminister Olaf Lies (SPD) Jägern mithilfe einer geplanten Allgemeinverfügung erlaubt werden, einzelne Tiere eines Wolfrudels zu erschießen. Die Verfügung solle die Jäger vor rechtlichen Konsequenzen schützen, falls sie versehentlich einen falschen Wolf töten sollten. Aktuell dürften Jäger nur einen bestimmten Wolf mit der Bezeichnung "GW717" erschießen, sagte Lies. "Ich weiß, dass viele Jäger auch Sorge haben, angefeindet und beschimpft zu werden, wenn sie einen Wolf töten - obwohl sie dabei rechtsstaatlich handeln würden." Der Sorge, dass künftig eher zu oft auf Wölfe angelegt werden könnte, tritt die Landesregierung entgegen. Das Umweltministerium in Hannover stellte auf Nachfrage von NDR.de am Donnerstag klar, dass es mit einer neuen Allgemeinverfügung eng umrissene Regeln geben werde, wann und wo und durch wen Wölfe überhaupt entnommen werden dürften. Die Landesjägerschaft begrüßt das neue Gesetz als richtigen Schritt.

Neuregelung wird im Februar verabschiedet

Der Naturschutzbund ist mit der geplanten Neuregelung zufrieden, da immer noch der Einzelfall geprüft werde. Kritik an den Plänen äußerte die FDP auf Landes- wie auf Bundesebene. Ihr gehen die zu beschließenden Änderungen nicht weit genug. In Hannover forderte der FDP-Landtagsabgeordnete Hermann Grupe Schutzjagden. Verabschiedet werden sollen die Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes voraussichtlich im Februar, dann könne auch die entsprechende Verordnung des Landes erarbeitet werden, so Lies. Grundsätzlich bleibt der Wolf aber eine in Deutschland streng geschützte Art.

Weitere Informationen

Wolf in Dithmarschen: Schäfer fordern Schutz ihrer Herden

Ein Wolf im Kreis Dithmarschen sorgt dafür, dass die Schäfer Angst um ihre Schafe und ihre Existenz haben. Das brachten sie heute auf einer Kundgebung zum Ausdruck. (19.12.2019) mehr

Wölfe: Weidetierhalter protestieren am Landtag

Weidetierhalter haben vor dem Landtag in Hannover einen leichteren Abschuss von Wölfen gefordert. Ein Aktionsbündnis übergab Umweltminister Lies (SPD) eine Petition. (16.12.2019) mehr

Wolfsangriffe auf Nutztiere nehmen weiter zu

Die Zahl der Übergriffe durch Wölfe auf Nutztiere hat 2018 erneut deutlich zugenommen. Bundesweit gab es einen Anstieg um 35 Prozent, besonders stark betroffen ist Niedersachsen. (05.12.2019) mehr

Dossier: Wölfe in Niedersachsen

Lange waren sie hier ausgestorben, inzwischen sind sie zurück in Niedersachsen: die Wölfe. Viele Umweltschützer sind begeistert, Landwirte und Weidetierhalter besorgt. Ein Dossier über die Raubtiere. mehr

Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 19.12.2019 | 18:00 Uhr

Mehr Nachrichten aus Niedersachsen

02:29
Hallo Niedersachsen
01:30
Hallo Niedersachsen
02:18
Hallo Niedersachsen