Stand: 20.12.2019 07:02 Uhr

Abschuss von Wölfen wird erleichtert

Ein Wolf steht im Wald. © picture alliance Foto: Patrick Pleul
Die Jagd auf auffällige Wölfe soll durch eine geplante Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes erleichtert werden.

Der Abschuss von besonders aggressiven Wölfen soll in Deutschland künftig erleichtert werden. Das hat der Bundestag am Donnerstag beschlossen. Nach dem Plan von Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) soll ein Abschuss künftig auch dann möglich sein, wenn unklar ist, welcher Wolf aus einem Rudel Weidetiere gerissen hat. Es sollen so lange Wölfe in der Gegend geschossen werden können, bis es keine Attacken mehr gibt - auch wenn dafür ein ganzes Rudel getötet wird. Die Behörden der Länder müssen aber jeden Abschuss weiterhin einzeln genehmigen. Auch im Niedersächsischen Landtag sorgte der Plan schon vorab für Aufsehen - am Mittwoch wurde im Landtag hitzig debattiert.

Allgemeinverfügung soll Jäger vor rechtlichen Konsequenzen schützen

In Niedersachsen soll laut Umweltminister Olaf Lies (SPD) Jägern mithilfe einer geplanten Allgemeinverfügung erlaubt werden, einzelne Tiere eines Wolfrudels zu erschießen. Die Verfügung solle die Jäger vor rechtlichen Konsequenzen schützen, falls sie versehentlich einen falschen Wolf töten sollten. Aktuell dürften Jäger nur einen bestimmten Wolf mit der Bezeichnung "GW717" erschießen, sagte Lies. "Ich weiß, dass viele Jäger auch Sorge haben, angefeindet und beschimpft zu werden, wenn sie einen Wolf töten - obwohl sie dabei rechtsstaatlich handeln würden." Der Sorge, dass künftig eher zu oft auf Wölfe angelegt werden könnte, tritt die Landesregierung entgegen. Das Umweltministerium in Hannover stellte auf Nachfrage von NDR.de am Donnerstag klar, dass es mit einer neuen Allgemeinverfügung eng umrissene Regeln geben werde, wann und wo und durch wen Wölfe überhaupt entnommen werden dürften. Die Landesjägerschaft begrüßt das neue Gesetz als richtigen Schritt.

Neuregelung wird im Februar verabschiedet

Der Naturschutzbund ist mit der geplanten Neuregelung zufrieden, da immer noch der Einzelfall geprüft werde. Kritik an den Plänen äußerte die FDP auf Landes- wie auf Bundesebene. Ihr gehen die zu beschließenden Änderungen nicht weit genug. In Hannover forderte der FDP-Landtagsabgeordnete Hermann Grupe Schutzjagden. Verabschiedet werden sollen die Änderungen des Bundesnaturschutzgesetzes voraussichtlich im Februar, dann könne auch die entsprechende Verordnung des Landes erarbeitet werden, so Lies. Grundsätzlich bleibt der Wolf aber eine in Deutschland streng geschützte Art.

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Dieses Thema im Programm:

Niedersachsen 18.00 | 19.12.2019 | 18:00 Uhr

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