Ein Traktor fährt mit einer Drillmaschine über ein Feld und zieht eine große Staubwolke hinter sich her.  Foto: Jens Büttner/dpa

Zu trocken: Getreide muss vorzeitig geerntet werden

Stand: 30.06.2022 12:02 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern hat früher als sonst die Getreideernte begonnen. In der Regel beginnt sie erst in etwa einer Woche. Grund ist laut Bauernverband die anhaltende Trockenheit.

Vor allem im Süden und in der Mitte des Landes haben Landwirte begonnen, Wintergerste zu dreschen, da Wintergerste immer zuerst reif ist. Bereits abgeerntet sind beispielsweise Felder südlich von Teterow im Landkreis Rostock, im Landkreis Ludwigslust-Parchim und in der Uecker-Randow Region. In der Regel beginnt die Getreideernte im Land erst Anfang/Mitte Juli. Laut Bauernpräsident Detlef Kurreck ist das Getreide aber bereits notreif. Es wächst nicht mehr und vergilbt vorzeitig, weil die Pflanzen nicht ausreichend Wasser bekommen. Das hat auch Auswirkungen auf Ertrag und Qualität. Getreidekörner werden infolge der Hitze vorzeitig hart, sie schrumpfen beziehungsweise bleiben unterentwickelt.

Ertragseinbußen bis zu 40 Prozent befürchtet

Die Erntebedingungen seien in den verschiedenen Regionen Mecklenburg-Vorpommerns sehr unterschiedlich, sagte Kurreck bei NDR MV Live. In benachteiligten Regionen drohten Ertragseinbußen von bis zu 40 Prozent. Die Bauern seien "auf den Feldern unterwegs und holen was zu holen ist". Im Frühling seien die Landwirte dank der Niederschläge im April und Mai noch optimistisch gewesen, der Juni aber habe sie leider umgestimmt.  Die Versorgung mit entsprechenden Lebensmitteln sei dennoch nicht in Gefahr. Derzeit werde Wintergerste abgeerntet, die vor allem als Viehfutter verwendet und exportiert wird.

Sorgen auch bei Kartoffel- und Obstbauern

Auch die Kartoffelbauern leiden unter dem Regenmangel. Die Kartoffeln blühen zurzeit und benötigen in dieser Phase das meiste Wasser. Sonst können sich die Knollen nicht optimal entwickeln und bleiben klein. Einige Kartoffel-Anbauer im Land haben in teure Bewässerungsanlagen investiert. Die lohnen sich aber nicht in Regionen, in denen die Wasserressourcen vor Ort nicht ausreichen, betont Rolf Hornig vom Verband Mecklenburger Obst und Gemüse. Ähnliches gilt für die Landwirte, die Salat, Kohlrabi oder Möhren im Freiland anbauen. Auch dort laufen viele Bewässerungsanlagen auf Hochtouren. In den Apfelplantagen haben die Bäume, die tiefer wurzeln als andere Obst- und Gemüsekulturen, ausreichend Wasser. Mit Sorge aber schauen die Bauern auf den Juli und den August. Dann benötigen Apfelbäume viel Wasser, damit ihre Früchte ausreichend groß werden.

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 30.06.2022 | 10:00 Uhr

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