Stand: 28.07.2020 11:21 Uhr

Windanlagenbauer Nordex beantragt Bürgschaften

Von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV

Zwei Männer stehen auf einer Windkraftanlage © Nordex AG
Trotz voller Auftragsbücher benötigt Windkraftanlagen-Hersteller Nordex jetzt wegen der Corona-Pandemie offenbar Finanzhilfen. (Archivbild)

Der Windkraftanlagen-Hersteller Nordex braucht offenbar Hilfen des Staates. Nach Informationen von NDR 1 Radio MV und dem Nordmagazin geht es um Bürgschaften in Höhe von 350 Millionen Euro, auch das Land Mecklenburg-Vorpommern wäre als Garantiegeber beteiligt. Offenbar wirkt sich die Corona-Krise auch auf die Lage bei Nordex aus - es heißt, dass Aufträge beim Windkraftanlagen-Hersteller vorerst weggebrochen seien. Möglicherweise gibt es aber auch Probleme bei Zuliefererfirmen, die wichtige Komponenten nicht verabredungsgemäß liefern können.

Staat soll die nötigen Kredite garantieren

Nordex hatte zuletzt eine erweiterte Fertigung angekündigt und auf volle Auftragsbücher verwiesen. Der Staat soll jetzt die nötigen Kredite garantieren. Der Bund soll nach bisherigen Informationen die eine Hälfte - 175 Millionen Euro - übernehmen. Die andere Hälfte stemmen demnach Hamburg - dort ist der Sitz der Konzernzentrale - und Mecklenburg-Vorpommern, dort ist der Produktionsstandort mit rund 1.300 Mitarbeitern. Auf Mecklenburg-Vorpommern käme der Löwenanteil diese Summe zu - es geht um etwas mehr als 100 Millionen Euro, das entspräche zwei Dritteln des Länderanteils.

Zeitdruck - Sondersitzung des Finanzausschusses

Die Dinge müssen offenbar schnell entscheiden werden, am Donnerstag kommt das Kabinett zu einer Sondersitzung zusammen, das bestätigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD). Am Freitag tagt der Finanzausschuss des Landtags ebenfalls in einer Sondersitzung. Ein Sprecher von Nordex wollte sich auf Anfrage vorerst nicht äußern. Neben Nordex setzen auch die MV Werften auf Hilfen des Staates.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 28.07.2020 | 12:00 Uhr

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