Blick auf die Hubbrücke Karnin, Herzstück einer zweigleisigen Eisenbahnquerung über den Peenestrom von Usedom © NDR Foto: Steffen Schneider

Direkte Bahnanbindung Usedoms nach Berlin wird geprüft

Stand: 17.12.2020 14:00 Uhr

Der Wiederaufbau einer direkten Bahnanbindung von Usedom nach Berlin wird jetzt genauer geprüft. Die Deutsche Bahn AG hat mit Vorplanungen des Abschnitts von Ducherow nach Heringsdorf begonnen.

Entlang der ehemaligen Bahntrasse werden nun Begehungen und geotechnische Untersuchungen vorgenommen, teilte das Verkehrsministerium mit. Anhand dieser Vorplanungen werden die konkreten Grundlagen und Kostenschätzungen für einen Wiederaufbau ermittelt. Verkehrsminister Christian Pegel (SPD) erklärte, mit der Bahnanbindung könne die Insel von Autokolonnen entlastet werden.

Ergebnisse für 2022 erwartet

Pegel sagte, er erwarte eine Kosten-Nutzen-Rechnung, die eine Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan rechtfertige. 2015 hatte der Bund das Vorhaben noch abgelehnt. Das Land hat im Haushalt 2,8 Millionen Euro für die Vorplanungen vorgesehen. Die Ergebnisse der Vorplanung sollen 2022 vorliegen.

Bei Kriegsende gesprengt

Über die neu zu errichtende Karniner Brücke wäre Usedom in zwei Stunden von Berlin aus erreichbar. Die 360 Meter lange und 35 Meter hohe Eisenbahnbrücke im Süden der Insel Usedom war vor 75 Jahren von Wehrmachtssoldaten gesprengt worden, die so den Vormarsch der Roten Armee verzögern wollten. Der mittlere Teil mit der Hubkonstruktion blieb aber im Peenestrom stehen.

Immer wieder für den Wiederaufbau stark gemacht

Die 1875 gebaute und seit 1933 zweigleisige Brücke war seinerzeit Teil der einzigen Eisenbahnverbindung nach Usedom. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben Vereine und die Tourismuswirtschaft auf Usedom immer wieder den Aufbau der alten Strecke über Swinemünde gefordert.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 17.12.2020 | 13:00 Uhr

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