Stand: 10.10.2018 08:24 Uhr

Totes Kind: Jugendamt sieht keine Versäumnisse

Im Fall der an Verbrühungen gestorbenen Dreijährigen in Wolgast (Landkreis Vorpommern-Greifswald) sieht das zuständige Jugendamt keine Versäumnisse. Es habe umfangreiche Hilfsangebote gegeben, sagte eine Sprecherin des Landkreises am Dienstag.

Jüngstes Kind in Obhut genommen

Vom Jugendamt sei die Familie eine Zeit lang bei der Erziehung unterstützt worden. Ein Sozialarbeiter habe danach regelmäßig Kontakt gehabt und es habe keine Hinweise auf Kindeswohlgefährdung gegeben. Nach dem Tod der Dreijährigen hat das Jugendamt ein drei Monate altes Geschwisterkind in Obhut genommen. Zwei ältere Kinder der Mutter leben seit längerem in Pflegefamilien.

Mit Verletzungen ins Bett gelegt

Eine Obduktion hatte ergeben, dass die Dreijährige an den Folgen von großflächigen Verbrühungen gestorben war. Die 27-jährige Mutter hatte angegeben, das Kind am Donnerstagabend in ein Erkältungsbad gesetzt und es dann mit den Verletzungen ins Bett gelegt zu haben. Am Freitagvormittag habe sie das Mädchen tot im Bett gefunden.

Schockreaktion nach Verbrühungen

Das Mädchen wies Verbrühungen an Füßen und Unterkörper auf. Weil zunächst unklar war, ob diese Verletzungen tatsächlich die Ursache für den Tod der Dreijährigen waren, hatte die Staatsanwaltschaft Stralsund die Obduktion angeordnet. Die Gerichtsmediziner gehen davon aus, dass das Mädchen eine Schockreaktion erlitten hat, wodurch das Herz-Kreislauf-System versagte.

Staatsanwaltschaft ermittelt in alle Richtung

Inzwischen wurde die Mutter vernommen. Auch das Umfeld der Familie und Nachbarn würden befragt, sagte der leitende Oberstaatsanwalt NDR 1 Radio MV. Bislang werde in alle Richtungen ermittelt. Es müsse geklärt werden, ob der Tod der Dreijährigen vorsätzlich verursacht wurde oder ob es sich um einen Unfall handelt.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 10.10.2018 | 07:30 Uhr

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