Das Pipeline-Verlegeschiff "Castoro 10" © dpa - Bildfunk Foto: Stefan Sauer

Tochterunternehmen für Nord Stream 2 in Schwerin gegründet

Stand: 26.01.2022 17:54 Uhr

Das für die Zertifizierung der Ostseepipeline Nord Stream 2 notwendige Tochterunternehmen ist gegründet worden. Die Gastransportgesellschaft Gas for Europe GmbH habe ihren Sitz in Schwerin, teilte das Unternehmen am Mittwochnachmittag mit.

Die Bundesnetzagentur hatte im November ein Zertifizierungsverfahren ausgesetzt und eine entsprechende Auflage erteilt. Hintergrund des Verfahrens ist die EU-Gasrichtlinie, die eine Trennung von Betrieb der Leitung und Vertrieb des Gases vorschreibt. Einziger Anteilseigner der Nord Stream 2 AG ist formal der russische Gaskonzern Gazprom. Die Nord Stream 2 AG mit Sitz im schweizerischen Zug hatte bei der Bundesnetzagentur die Zertifizierung als unabhängige Betreiberin beantragt.

Tochterunternehmen wird Eigentümerin des deutschen Pipeline-Teils

Gas for Europe werde Eigentümerin und Betreiberin des deutschen Teils der Pipeline, hieß es in der Mitteilung. Dazu gehört den Angaben zufolge der rund 54 Kilometer lange Leitungsabschnitt in deutschen Territorialgewässern sowie die Anlandestation in Lubmin im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Geschäftsführer soll Reinhard Ontyd werden. Er sei im Management verschiedener Energieunternehmen tätig gewesen, hieß es. Die Gas for Europe wird nach eigenen Angaben alle Anstrengungen darauf ausrichten, die Anforderungen zur Fortsetzung des Zertifizierungsverfahrens zu erfüllen.

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Umstrittene Pipeline

Die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 von Russland nach Deutschland ist fertiggestellt, aber nicht in Betrieb, weil die Zertifizierung eines unabhängigen Transportnetzbetreibers durch die Bundesnetzagentur noch aussteht. Die Bonner Behörde hatte das Verfahren im November vorerst gestoppt und darauf verwiesen, dass der Transportnetzbetreiber ein Unternehmen nach deutschem Recht sein müsse. Die Pipeline ist umstritten. In der gegenwärtigen Bedrohungslage der Ukraine durch Russland haben mehrere Staaten gefordert, dass Deutschland die Pipeline nicht in Betrieb nehmen solle, falls Russland die Ukraine angreifen würde.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.01.2022 | 18:00 Uhr

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