Stand: 22.01.2020 10:33 Uhr

Tesla kommt - kaum Auswirkungen in MV erwartet

Limousinen von Typ "Model 3" des US-Elektroautohersteller Tesla werden in der "Gigafactory" in Shanghai gefertigt. © picture alliance/dpa Foto: Ding Ting
Wie hier in Shanghai soll auch in Grünheide unter anderem das "Model 3" gebaut werden.

Die geplante Tesla-Produktion in Deutschland soll zügig starten: Schon im kommenden Jahr sollen in Brandenburg 150.000 Elektroautos vom Band laufen. Tausende Arbeitskräfte muss der US-Elektroautobauer für seine "Gigafactory" in Grünheide bei Berlin einstellen. Für den Arbeitsmarkt in Mecklenburg-Vorpommern werden bislang keine allzu großen Auswirkungen erwartet.

Hochschulabsolventen könnten abwandern

Die Elektroautofirma von Milliardär Elon Musk sucht in erster Linie Fachkräfte aus der Umgebung von Berlin. Auch unabhängig von Tesla werde sich der Fachkräftemangel in Mecklenburg-Vorpommern in nächster Zeit weiter verschärfen, sagt die Geschäftsbereichsleiterin für Standortpolitik der IHK zu Schwerin, Stefanie Scharrenbach, im Gespräch mit NDR 1 Radio MV. Sie befürchtet, dass eher die Absolventen aus den Universitäten und Hochschulen nach Brandenburg abwandern könnten und weniger die älteren Facharbeiter. Denn Tesla will alles auf Englisch abwickeln - für Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern eine unübliche Anforderung.

Tausende neue Stellen zu besetzen

In der Anfangsphase geht es um 2.500 bis 3.000 neue Mitarbeiter, damit die Produktion überhaupt erstmal starten kann. Später sollen bis zu 8.000 Stellen geschaffen werden. Ganz genau steht das aber noch nicht fest, weil Tesla gerade damit beginnt, die ersten Stellenausschreibungen zu veröffentlichen - das zumindest sagt Taner Demir vom Personaldienstleister Expertum aus Hamburg. Die Berufe, die für den Betrieb der "Gigafactory" benötigt werden, dürften in erster Linie KfZ-Mechatroniker, Einkäufer, Konstrukteure, IT-Spezialisten und einige mehr sein.

Arbeitsagentur rechnet mit bis zu 30.000 Bewerbern

Bei allen Fragen zum Abeitskräftebedarf infolge Tesla-Ansiedlunghat hat die Arbeitsagentur in Frankfurt an der Oder die Federführung. Allgemein wird erwartet, dass es bei der Gigafactory in Brandenburg ähnlich laufen wird, wie bei der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden: Tesla wird über Tarif bezahlen und folglich rechnet die Arbeitsagentur mit 20.000 bis 30.000 Bewerbern. In der Folge werden vermutlich viele Betriebe aus der Region vor der Frage stehen, wo sie neue Fachkräfte bekommen, wenn Tesla ihre Angestellten nach Grünheide lockt.

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Blick auf das Logo von einem Tesla Auto. © ShengxiaoImaginechina Foto: ShengxiaoImaginechina

Vier Milliarden für die Gigafactory

Elon Musks Pläne für ein Tesla-Werk in Brandenburg nehmen Gestalt an. Tausende Arbeitsplätze sollen entstehen, ab dem ersten Quartal 2020 soll gebaut werden. extern

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 22.01.2020 | 17:40 Uhr

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