Stand: 16.09.2020 17:26 Uhr  - NDR 1 Radio MV

Studie: Rostock-Laage für Starts ins All geeignet

Ein Tornado-Kampfflugzeug landet auf dem Fliegerhorst in Rostock-Laage © dpa-Bildfunk Foto: Rainer Jensen
Bislang wird der Flughafen Rostock-Laage von zivilen Fluglinien und von der Bundeswehr genutzt.

Von Rostock-Laage aus in den Weltraum – diese Vision hat realistische Chancen, Wirklichkeit zu werden. Denn der Flughafen Rostock-Laage eignet sich als Weltraumflughafen. Zu diesem Schluss kommt zumindest eine Studie des Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR). Das Infrastrukturministerium von Mecklenburg-Vorpommern hatte die Expertise in Auftrag gegeben. Starten könnten von einem "Spaceport" Rostock-Laage aus flugzeugähnliche Shuttle auf dem Weg in den Weltraum, aber auch Trägerflugzeuge, die in großer Höhe als Startrampe für Raumfahrzeuge dienen.

VIDEO: Machbarkeitsstudie zum Weltraumbahnhof Rostock-Laage (2 Min)

Kein Cape Canaveral in Mecklenburg-Vorpommern

Es gehe "nicht um ein deutsches Cape Canaveral, sondern primär um unbemannte kleine Raketen, die von sicheren Gebieten über dem Meer aus mit Satelliten ins All starten", sagte Staatssekretärin Ina-Maria Ulbrich. "Wir empfehlen, den Flughafen für eine solche Nutzung auszubauen", sagte Sven Kaltenhäuser vom DLR-Institut für Flugführung, der die Studie geleitet hat. Weltraumflughäfen als Basis für solche Fluggeräte würden künftig eine größere wirtschaftliche Bedeutung zugemessen. Und die Einrichtung eines Spaceport allgemein habe sich als stimulierend für die wirtschaftliche Entwicklung einer Region erwiesen. Allerdings fehlen bislang bundesrechtliche Regelungen, damit Weltraumstarts aus Deutschland überhaupt möglich werden. Flughafen-Chefin Dörte Hausmann hofft dennoch auf einen ersten Start eines Trägerflugzeugs Richtung Nordsee im Jahr 2023.

Ähnliche Pläne für die Nordsee

Laut Ulbrich hat auch der Bundesverband der Deutschen Industrie kürzlich die Notwendigkeit eines Spaceports in Deutschland bekräftigt und vor einer Woche ebenfalls eine Studie vorgelegt – für einen Startplatz in der Nordsee. Das Bundeswirtschaftsministerium will sich mit den Plänen befassen. Im Gespräch ist, von einem Schiff aus Raketen mit Mini-Satelliten ins All zu schießen. Dieses Schiff könnte rund 250 Kilometer nordwestlich der ostfriesischen Insel Borkum liegen.  

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.09.2020 | 16:00 Uhr

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