Stand: 09.04.2018 16:49 Uhr

Stieftochter missbraucht - Bewährungsstrafe

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Der Mann legte während des Prozesses am Schweriner Landgericht ein Geständnis ab. (Archivbild)

Ein 53-Jähriger aus dem Landkreis Nordwestmecklenburg ist wegen sexuellen Missbrauchs seiner Stieftochter zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter am Schweriner Landgericht folgten damit weitgehend dem Antrag der Verteidigung. Die Staatsanwaltschaft hatte eine zweieinhalbjährige Haftstrafe für den Angeklagten gefordert.

Vorwurf: Gefesselt, missbraucht, gefilmt

Der Beschuldigte hatte am Montagvormittag gestanden, sich zwischen März 2013 und Januar 2015 in acht Fällen an dem anfangs 14 Jahre alten Mädchen vergangen und es dabei gefilmt zu haben. Unter anderem habe er sie für sexuelle Handlungen gefesselt, geknebelt und ihr die Augen verbunden.

Ohne Geständnis Freispruch?

Ohne dieses Geständnis wäre der Mann möglicherweise freigesprochen worden, sagte der Vorsitzende Richter. Deshalb seien die Aussagen beim Strafmaß mildernd berücksichtigt, zumal auch das missbrauchte Mädchen somit nicht mehr vor Gericht erscheinen musste. Laut Gericht geschahen die sexuellen Übergriffe zwar gegen den Willen des Mädchens, aber ohne Gewaltanwendung. Da es keine weiteren Aussagen des Mädchens dazu gab, könne das Gericht zugunsten des Angeklagten nicht ausschließen, dass es sich dabei um eine einvernehmliche Sexualpraktik handelte.

Freundinnen informierten die Polizei

Den Ermittlungen zufolge soll der Mann auch intime Fotos von dem Mädchen gemacht und auf seinem Computer gespeichert haben. Die pornografischen Aufnahmen wurden bei einer Hausdurchsuchung gefunden. Die Ermittlungen waren aufgenommen worden, nachdem die Stieftochter vor knapp drei Jahren Freundinnen erzählte, dass ihr Stiefvater sie missbraucht habe. Die Freundinnen informierten dann die Polizei.

Stieftochter zum Prozessauftakt nicht erschienen

Zum Prozessauftakt vor rund vier Wochen waren zunächst weder der Angeklagte noch die als Zeugin geladene Stieftochter vor Gericht erschienen. Der 53-Jährige wurde daraufhin von der Polizei abgeholt, schwieg aber zunächst zu den Vorwürfen der Staatsanwaltschaft.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 09.04.2018 | 15:00 Uhr

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