Ein Frachtschiff liegt im Rostocker Seehafen. © dpa-Bildfunk Foto: Jens Büttner

Seehafen Rostock: Keine ausländischen Beteiligungen vorgesehen

Stand: 26.10.2022 16:31 Uhr

In Hamburg steht der Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco beim Containerterminal Tollerort kurz bevor. Im Seehafen Rostock hat man nichts gegen ausländische Ansiedlungen; Beteiligungen und Mitspracherechte soll es aber nicht geben.

Die Bundesregierung will dem chinesischen Konzern eine Beteiligung von maximal 24,9 Prozent am Containerterminal Tollerort erlauben - anstatt der von den Chinesen gewünschten 35 Prozent. Kritiker monieren neue Abhängigkeiten und lehnen den chinesischen Einstieg komplett ab. Befürchtungen um zu viel Mitspracherecht ausländischer Investoren gibt es auch in Mecklenburg-Vorpommern. In Rostock befindet sich der größten Universalhafen des Bundeslandes. Gegen Ansiedlungen ausländischer Unternehmen hat man nichts an der Ostsee, Beteiligungen am Hafen oder Mitspracherechte sind dagegen nicht vorgesehen.

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"Ein Verkauf - auch in Teilen - ist undenkbar"

Der Seehafen Rostock gehört zu 25,1 Prozent dem Land Mecklenburg-Vorpommern und zu 74,9 Prozent der Hanse- und Unversitätsstadt - und daran soll sich auch nichts ändern, wie stellvertretend für beide Gesellschafter Rostocks amtierender Oberbürgermeister Chris von Wrycz Rekowski (SPD) erklärte: "Der Hafen ist das wichtigste Industrie- und Gewebegebiet der Region Rostock und des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Er sichert Arbeitsplätze, Wertschöpfung und damit Wohlstand und Entwicklungsperspektiven für ganz viele Menschen und Unternehmen." Darüber hinaus präge er die DNA der Stadt und sei untrennbar mit ihr verbunden. "Ein Verkauf - auch in Teilen - ist undenkbar."

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Hafenumschlagsgesellschaft gehörte einem israelischen Konsortium

Allerdings war das nicht immer so. In den 1990er-Jahren hatte ein israelisches Konsortium die Hafenumgeschlagsgesellschaft gekauft. Inzwischen wurde diese aber an das Unternehmen Euroports Germany verkauft. Sie und ihre neun Tochtergesellschaften wickeln mit ihren 370 Mitarbeitern unter anderem den Umschlag bei Flüssiggütern, Getreide, Düngemitteln sowie die Verladung von Schiff auf Schiene und umgekehrt ab.

Dies geschieht im Auftrag anderer, im Hafen ansässiger Großunternehmen. Denen gehört jedoch kein einziger Quadratmeter Hafengelände. Der Hafen als Immobilie gehört ausschließlich der Stadt und dem Land. Die Flächen für ihre Produktion oder ihren Umschlag können lediglich gepachtet werden. Daran soll sich nach dem Willen von Schwerin und Rostock auch künftig nichts ändern. Ein ähnlicher Vorgang wie in Hamburg mit dem Einstieg der chinesischen Staatsreederei Cosco ist bislang nicht vorgesehen.

Schon lange keine Anfragen von Interessenten mehr

Seit 1999, als der Rostocker Hafen in die heute durch die Euroports Gmany privat betriebene Umschlagsgesellschaft und die Infrastrukturgesellschaft - also die stadt- und landeseigene Rostock Port GmbH - geteilt wurde, habe es keine Anfragen mehr von ausländischen Interessenten gegeben, die ein Stück vom Hafen wollten, hieß es dazu aus dem Rostocker Rathaus - offenbar weil die öffentliche Hand 100-prozentiger Gesellschafter ist und eine Beteiligung für Dritte in dieser Konstellation keinen Sinn machen würde.

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Reinhard Meyer (SPD) (l-r), Wirtschaftsminister von Mecklenburg-Vorpommern, Ingo Wagner, Geschäftsführer der Deutsche Regas GmgH & Co. KGaA, Michael Kellner (Grüne), Staatssekretärs im Bundeswirtschaftsministerium, Jerome Cousin, Senior Vice President Shipping von Total Energies, und Stephan Knabe, Aufsichtsratsvorsitzender der Deutsche Regas GmgH & Co. KGaA, im Seehafen Rostock bei der Unterzeichnung eines Eckpunktepapiers für ein schwimmendes LNG-Terminal (FSRU) in Lubmin. © Bernd Wüstneck/dpa Foto: Bernd Wüstneck

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NDR 1 Radio MV | Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern | 26.10.2022 | 17:15 Uhr

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