Stand: 09.11.2018 15:42 Uhr

Schutz vor Wölfen: Kosten werden voll erstattet

Nutztierhalter bekommen künftig die Kosten für Schutzmaßnahmen vor Wölfen komplett erstattet. Das habe die EU-Kommission beschlossen, teilte das Landwirtschaftsministerium von Mecklenburg-Vorpommern mit. Demnach soll es bei Wolfsrissen eine hundertprozentige Beihilfe für Vorsorge und Entschädigung geben. Rinder oder Schafherden, die auf Weiden grasen, sollen etwa durch wolfssichere Elektrozäune, durch Hütehunde oder Herdenschutzhunde gesichert werden. Bislang konnten sich Nutztierhalter die entstandenen Zusatzkosten durch das Land nur zu 75 Prozent ersetzen lassen.

Ein totes Schaf liegt auf der Wiese.

Umweltminister debattieren über Umgang mit Wolf

NDR//Aktuell -

Die Zahl der von Wölfen gerissenen Schafe ist angestiegen. Viele fordern, den Wolf zum Abschuss freizugeben. Die Umweltminister haben sich dazu in Bremen beraten.

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Agrarminister: "Wichtige Entscheidung für Weidehaltung"

Mecklenburg-Vorpommerns Agrar- und Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte, die Entscheidung sei wichtig für den Erhalt der Weidehaltung von Rindern und Schafen. Er kündigte an, die landesweite "Förderrichtlinie Wolf" auf Basis der EU-Entscheidung zu novellieren. Backhaus hofft, dass die Entscheidung der EU-Kommission dazu beitragen werde, mehr Akzeptanz für den Wolf zu schaffen. Seit Beginn der Wolfsschutz-Förderung vor fünf Jahren hat das Land rund 445.000 Euro an Nutztierhalter ausgezahlt. Allein in diesem Jahr kamen 136.000 Euro für Schutzzäune und Hunde zusammen.

So viele Nutztiere gerissen wie noch nie

Im Nordosten wurden in diesem Jahr mehr als 140 Schafe, Rinder und andere Nutztiere von Wölfen gerissen, so viele wie noch nie. Zuletzt hatten Wölfe vergangene Woche eine Schafherde im Landkreis Ludwigslust-Parchim angegriffen und mindestens 35 Tiere getötet. Damit war die Debatte um den Schutzstatus des Wolfes im Land neu entbrannt.

Das Wolfs-Comeback in Mecklenburg-Vorpommern

Caffier fordert Regelungen zum Wolfsabschuss

Im Umgang mit dem Wolf bekam Landwirtschaftsminister Backhaus am Freitag Unterstützung von Innenminister Lorenz Caffier (CDU). Es sei Zeit, dass in Deutschland die "Entnahme der Tiere" endlich verbindlich geregelt werde, sagte Caffier bei einem Bürgerforum in Löcknitz (Kreis Vorpommern-Greifswald). Dringend handeln solle vor allem das Bundesumweltministerium, man dürfe nicht warten, bis "etwas ganz Schlimmes" passiere, so Caffier weiter. Agrarminister Backhaus hatte mehrfach Regeln verlangt, damit Raubtiere vergrämt oder erlegt werden können, wenn sie sich Menschen oder Nutztieren zu sehr nähern. Im Süden Mecklenburg-Vorpommerns und im Norden Brandenburgs leben Experten zufolge mindestens fünf Wolfsrudel.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 02.11.2018 | 14:00 Uhr

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