Stand: 23.05.2019 14:26 Uhr

Rezo vs. CDU: Amthor-Video wird nicht veröffentlicht

Der 26-jährige CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat bestätigt, dass ein Antwortvideo auf die scharfe Kritik des YouTubers Rezo an der Regierungspolitik existiert. Veröffentlicht werden soll es allerdings nicht. Das teilte Amthor auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV am Rande eines Pressetermins mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Rostock mit. Das Antwortvideo habe er am Dienstag im Konrad-Adenauer-Haus in Berlin gedreht, die CDU habe sich aber dann dazu entschieden, es nicht zu veröffentlichen.

CDU lädt Rezo zum Meinungsaustausch ein

"Unser Stil ist es, sich miteinander an einen Tisch zu setzen und um die besten Argumente zu ringen", sagte Amthor. Deswegen habe der CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak zu einem Gespräch eingeladen, an dem Amthor teilnehmen möchte. Darauf habe sich die Parteispitze geeinigt. Man wolle "keinen ewigen Austausch über Videos, sondern lieber einen Austausch auf einer Argument- und Sachebene". Darum gehe es auch am Sonntag bei der Europawahl, sagte Amthor weiter - "nicht um Videos, sondern um Themen und da ist die CDU gut aufgestellt", so Amthor.

Youtuber Rezo in seinem Video "Die Zerstörung der CDU".

Youtuber Rezo attackiert CDU

Nordmagazin -

Ein millionenfach abgerufenes Anti-CDU-Video des Youtubers Rezo sorgt für Wirbel und Diskussionen. In Rostock hat sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor dazu geäußert.

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CDU-Kritik des YouTubers Rezo geht viral

In dem Video des YouTubers Rezo heißt es, die CDU zerstöre "unser Leben und unsere Zukunft". Es wurde bis Donnerstagmittag fast fünf Millionen mal geklickt. Rezo wirft den Regierungsparteien, allen voran der CDU, unter anderem Inkompetenz, beispielsweise bei der Drogenpolitik und Urheberrechtsreform, Untätigkeit bei der Klimapolitik und politische Entscheidungen vor, die zur sich immer weiter öffnenden Schere zwischen Arm und Reich und weniger Chancengleichheit beigetragen hätten.

Amthor: Quellen zeigen nur einen Teil der Wahrheit

Auf die Frage, ob es sich angesichts der zahlreichen Quellen, die Rezo für seine Kritik anführt, nicht um eine fundierte Kritik handele, antwortete Amthor, er "wiederspreche den einzelnen Quellen nicht". Sie würden allerdings "häufig auch nur einen Teil der Wahrheit zeigen", hieß es. Bei der sozialen Ungleichheit in Deutschland, aber auch bei den Bildungsausgaben habe sich "nicht alles zum Negativen entwickelt". Zu den "vielen Thesen" Rezos habe die CDU außerdem ein "Faktenblatt" veröffentlicht.

CDU erläutert Entscheidungsprozess zu Video

In einem am Donnerstag veröffentlichten Antwortschreiben an Rezo bezieht die CDU auch Stellung zu ihrem internen Entscheidungsprozess. Rezos Video spitze Kritikpunkte zu und verkürze, um zu provozieren. Man habe in der CDU gemeinsam überlegt, wie "wir mit Deiner Kritik und der Form, in der Du sie packst, umgehen", schrieb die Partei. "Brauchen wir eine schnelle Reaktion? Müssen wir dem medialen Druck nachgeben? Folgen wir den vielen Hinweisen, die uns gegeben werden?" Sehr hohes Tempo und extreme Zuspitzungen würden fast alle Debatten dieser Tage bestimmen, schrieb die Partei weiter.

"Währung von YouTubern sind Klickraten"

"Wir hatten uns für eine Antwort auf derselben Ebene entschieden - für ein Video." Gleichzeitig habe man aber immer wieder abgewogen, ob eine Antwort auf derselben Ebene - Video gegen Video - die angemessene Antwort sei. Gerade von der CDU werde "in aufgewühlten Zeiten erwartet, dass sie überlegt, reflektiert und mit kühlem Kopf antwortet", so das Schreiben. "Verkürzen, verzerren, verdrehen - das ist Populismus. Überzeichnen, übertreiben, überspitzen: Wir distanzieren uns zu Recht von dieser Art, Politik zu machen." Über den Tag hinaus tragende Antworten erforderten Zeit, Maß und Mitte. "Die Währung von YouTubern sind Klickraten. Die Währung einer Volkspartei wie der CDU ist Vertrauen", so die CDU in ihrer Antwort an Rezo.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.05.2019 | 16:00 Uhr

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