Halle der Neptun-Werft in Rostock-Warnemünde © picture alliance / ZB Foto: Bernd Wüstneck

Rehberg: Großauftrag für Neptun-Werft in Rostock

Stand: 24.06.2021 16:35 Uhr

Die Neptun-Werft in Rostock kann offenbar mit einem größeren Auftrag der Marine rechnen. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat kurz vor der Sommerpause grünes Licht für den Bau von zwei neuen Tankern gegeben.

von Stefan Ludmann, NDR 1 Radio MV Aktuell

Der Haushaltsexperte der Union, Eckhardt Rehberg, rechnet damit, dass ein Teil der Arbeiten auf der Rostocker Werft erledigt wird. Offenbar gehört das zu den Bedingungen des Großauftrags. Der hat ein Volumen von knapp 900 Millionen Euro. Den Zuschlag erhielten nach Rehbergs Angaben am Ende die Lürssen-Werft in Bremen und auch die Meyer-Werft in Papenburg in Niedersachsen - Teil des Meyer-Konzerns ist die Neptun-Werft.

Tanker sollen bis 2025 fertig sein

Rehberg sagte, der Bund stärke mit der Entscheidung den deutschen Schiffbau. Der befinde sich Corona-bedingt in einer schwierigen Lage - besonders beim Kreuzfahrtschiffbau. Auch die Zuliefer-Industrie profitiere von der Vergabe. Bei dem Auftrag hat der Bund auf eine europaweite Ausschreibung verzichtet, um nationale Anbieter zum Zuge kommen zu lassen. Voraussetzung war, so Rehberg, dass es sich bei dem Vorhaben um eine Schlüsseltechnologie handelt. Die beiden Tanker sollen die veralteten Schiffe "Spessart" und "Rhön" ersetzen. Zuvor hatte bereits der Verteidigungsausschuss grünes Licht gegeben: Die neuen Tanker sollen bis 2025 fertig sein.

IG Metall zeigt sich optimistisch

Wie viele Jobs der Rüstungs-Auftrag auf der Neptun-Werft sichert, ist unklar. Wegen der Bestell-Flaute mussten zuletzt 150 der knapp 600 Beschäftigten gehen. Die IG-Metall zeigte sich vorsichtig optimistisch: "Die Tanker würden sehr gut passen, um die Beschäftigung auf der Neptun-Werft zu sichern", sagte der Bevollmächtige Stefan Schad. Eine Stellungnahme des Unternehmens liegt bisher nicht vor, ein Sprecher der ebenfalls beteiligten Lürssen-Gruppe teilte auf Anfrage mit, man äußere sich nicht zu Ausschreibungs- und Vergabeverfahren. Zur Lürssen-Gruppe gehört auch die Wolgaster Peene-Werft. Ob auch die Schiffbauer in Vorpommern von dem Auftrag profitieren, ist unklar. Ein Nachsehen in den Verhandlungen um den Großauftrag hatten offenbar die MV-Werften. Die hatten ihr Angebot mit einem Vorbehalt versehen. Dieser besagte sinngemäß, dass der Auftrag nur bei einer sicheren Finanzierung des Mutterkonzerns Genting übernommen werden könne.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 23.06.2021 | 18:00 Uhr

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