Naturlandschaft im Warnow-Durchbruchstal © TMV Foto: Susanne Krauss

Pilotprojekt: Wie viel Müll schwimmt in der Warnow?

Stand: 23.05.2022 13:45 Uhr

Erstmals wollen Forschende herausfinden, wie hoch die Müllbelastung durch Plastikpartikel in der Warnow ist. Der Fluss ist Trinkwassereinzugsgebiet und fließt unter anderem durch Rostock, Schwaan und Bützow.

Schauplatz ist der Olympische Ruderclub in Kessin. Dort können die Forscherinnen und Forscher die Steganlagen samt Boot für die Probenentnahmen nutzen. Von dort aus lassen sie einen Netztrichter etwa 1,20 Meter tief ins Wasser und lassen ihn für zehn Minuten dort. So werden sämtliche Teilchen im Wasser, die vorbeischwimmen, eingefangen. Die meisten davon sind mit dem bloßen Auge gar nicht sichtbar.

Projekt für ein Jahr angesetzt

Was und wieviel sich im Netztrichter verfangen hat, wird sich erst später im Labor herausstellen. Dafür werden die Proben nach Oldenburg gebracht. Laut Dennis Gräwe vom Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie in Güstrow ist das Besondere an dem Projekt auch die Methode zum Erfassen der Plastikbestandteile: "Vielfach wird Mikroplastik in Gewässern in Form von Stückzahlen ermittelt", erklärt er. "Wir wollen aber die Plastikfracht messen, also die Menge beziehungsweise die Masse."

Erste Auswertungen zeigen: Schadstoffbelastung sehr gering

Start des Pilotprojekts war im Januar. Basis ist die Europäische Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie: "Die sieht vor, dass wir den Müll erfassen, die Belastung bewerten und Maßnahmen ergreifen, um die Einträge von Müll ins Wasser zu reduzieren", so Gräwe. Die ersten Probenentnahmen zeigen: Der Anteil an Belastungsmaterial ist äußerst gering. "Etwa 50 Milliardstel Gramm pro Liter", sagt Marcus Schulz, Firmenchef der zuständigen Aqua Ecology Gesellschaft. "Das ist sehr wenig im Vergleich zu anderen Flüssen in Europa und weltweit." Für einen umfassenden Überblick sollen noch bis Ende des Jahres einmal monatlich sechs weitere Proben entnommen werden.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Landfunk | 23.05.2022 | 12:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Umweltschutz

Wasserqualität

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Jutta Allmendinger (Soziologin, v.l.n.r.), Hendrik Streeck (Virologe), Harald Wilkoszewski (Abteilungsleiter Kommunikation und Pressesprecher des WZB), und Helga Rübsamen-Schaeff (Virologin und Chemikerin) nehmen an einer Pressekonferenz des Sachverständigenausschuss zur Evaluation des Infektionsschutzgesetzes teil. © picture alliance/dpa Foto: Fabian Sommer

Corona-Gutachten: Forderungen nach Kurswechsel in MV

Der Sachverständigenrat hat ein Gutachten über die Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen vorgelegt. Das Echo in MV ist geteilt. mehr

Die kostenlose NDR MV App

Blick auf ein schwarzes Smartphone, dass die neue NDR Mecklenburg-Vorpommern App zeigt © NDR

Mecklenburg-Vorpommern immer dabei - NDR MV App

Nachrichten, Musik, Videos - NDR 1 Radio MV und Nordmagazin als App. Mit Livestreams, Corona-Infos für Ihre Region und direktem Kontakt ins Studio. mehr

Ein Smartphone zeigt einen Chat in der NDR MV App, in dem die App eine Liste mit Blitzern und Lasern in Mecklenburg-Vorpommern anzeigt. © ndr Foto: Christian Kohlhof

Aktuelle Blitzer in Mecklenburg-Vorpommern direkt aufs Handy

Über die NDR MV App können Sie sich jetzt eine Liste mit allen aktuellen Blitzern und Lasern aus MV schicken lassen. mehr

Ein Mann hält seinen Finger auf das Handy und liest eine Whatsapp-Nachricht. © Fotolia / preto perola

Der NDR MV Newsletter über unsere App

Aktuelle Nachrichten und Informationen bekommen Sie zweimal täglich über die NDR MV App oder per E-Mail. Hier können Sie sich für den NDR MV Newsletter registrieren. mehr