Stand: 22.07.2019 18:47 Uhr

"Nordkreuz"-Listen: Betroffene informiert

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Innenminister Caffier schließt eine aktuelle Gefährdung der Betroffenen auf den Listen aus. (Archivbild)

Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zieht Konsequenzen aus den Ermittlungen gegen die mutmaßlich rechtsterroristische Gruppe "Nordkreuz". Es geht um Listen mit Personen, die die Gruppe geführt hatte. Caffier zufolge werden die Betroffenen jetzt informiert, dass sie auf besagten Listen stehen. Die ersten Schreiben seien bereits am Montag verschickt worden, so der Innenminister.

Etwa 1.200 Personen und Institutionen aus MV auf den Listen

Insgesamt handelt es sich in Mecklenburg-Vorpommern um etwa 1.200 Personen und Institutionen. Gleichzeitig schloss Caffier eine aktuelle Gefährdung der Betroffenen aus. Er kritisierte, dass in der Berichterstattung von "Todeslisten" die Rede gewesen sei. Die beteiligten Sicherheitsbehörden wiesen diese Einschätzung zurück, sagte Caffier. Die Bundesanwaltschaft ermittelt seit rund zwei Jahren gegen "Nordkreuz". Die Gruppe steht im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben.

Liste mit Namen aus einem Daten-Diebstahl

Die Listen mit den Namen soll "Nordkreuz" unter anderem aus einem Daten-Diebstahl im Online-Handel bekommen haben. Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen - im Mittelpunkt stehen dabei ein Anwalt aus Rostock und ein suspendierter Polizist aus der Nähe von Schwerin. Sie sollen der sogenannten "Prepper-Szene" angehören, die sich auf schwere Krisen vorbereitet und dafür Vorräte anlegt, unter anderem auch Waffen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 22.07.2019 | 19:00 Uhr

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