Stand: 31.01.2018 16:25 Uhr

Nord Stream 2: Grünes Licht für 55 Kilometer

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Mit der rund 1.200 Kilometer langen Pipeline soll zusätzliches Gas von Russland direkt nach Deutschland geliefert werden. (Archivbild)

Das Genehmigungsverfahren für den Bau der umstrittenen Ostsee-Gaspipeline Nord Stream 2 hat eine weitere Hürde genommen. Das Bergamt Stralsund hat den Bau für einen ersten Abschnitt im deutschen Küstenmeer genehmigt. Dieser umfasst einen 55 Kilometer langen Trassenabschnitt in den deutschen Territorialgewässern und den Anlandebereich in Lubmin bei Greifswald.

Energieministerium: Alle Unterlagen geprüft

Alle eingereichten Unterlagen seien geprüft und alle Einwendungen abgewogen worden, so das Energieministerium in Schwerin. Umstritten waren unter anderem auch ursprünglich geplante Ausgleichsmaßnahmen auf Ackerflächen auf Rügen.

Genehmigung vom BSH steht noch aus

Noch nicht erteilt ist eine weitere notwendige Genehmigung durch das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie (BSH). Dieses Amt ist zuständig für die weiter auf See liegende ausschließliche Wirtschaftszone. Ebenfalls stehen noch Genehmigungen aus Dänemark, Schweden und Finnland aus. Nord Stream 2 rechnet damit, dass diese in den kommenden Monaten erteilt werden.

"Nord Stream 2: "Wichtiger Meilenstein"

Die Gazprom-Tochter Nord Stream 2 begrüßte die Genehmigung vom Bergamt Stralsund. Diese sei "ein wichtiger Meilenstein im vielschichtigen Genehmigungsverfahren für unser gesamtes Projekt", sagte Jens Lange von Nord Stream 2 Deutschland. Dem Unternehmen zufolge soll nun mit bauvorbereitenden Maßnahmen wie der Freimachung des Baufeldes am Anlandepunkt Lubmin begonnen werden. Dort endet bereits die erste Nord-Stream-Trasse, die seit 2011 russisches Erdgas nach Deutschland transportiert. Das Konsortium will Mitte Mai mit den Baggerarbeiten beginnen. Die Kosten der Leitung zwischen Russland und Lubmin werden mit acht Milliarden Euro beziffert.

Der Bau der ersten Ostsee-Pipeline Nord Stream

Breite Kritik an Erdgas-Projekt

Nord Stream 2 mit einer Transportkapazität von jährlich 55 Milliarden Kubikmetern Gas wird innerhalb der EU kontrovers diskutiert. Mehrere osteuropäische Länder lehnen die Pipeline vehement ab. Sie fürchten energiepolitische Probleme, da sie mit der Leitung umgangen würden. Erst vor kurzem hatten auch die USA ihre Kritik erneuert und gewarnt, Russland könne Energielieferungen als Druckmittel nutzen.

Auch die Umweltverbände WWF und NABU halten an ihrem Widerstand gegen das Projekt fest. Sie sehen Hinweise auf Verfahrensfehler und eine unzureichende öffentliche Beteiligung. Auch die Grünen kritisierten die Entscheidung des Bergamtes in Stralsund. "Damit hat eine Landesbehörde ein weiteres Mal deutschen Wirtschaftslobbyismus über die Interessen der Region und ihrer Bevölkerung gestellt", erklärte Grünen-Landeschefin Claudia Müller.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 31.01.2018 | 13:00 Uhr

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