Stand: 14.12.2018 11:55 Uhr

Nachtschicht gestrichen: Glawe will mit Post reden

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Landtagsabgeordnete kritisierten den anhaltenden Job-Abbau der Deutschen Post im Nordosten. (Archivbild)

Die Situation der um ihre Arbeitsplätze bangenden Post-Beschäftigten in Schwerin hat am Freitag den Landtag beschäftigt. Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) versprach, das Gespräch mit Geschäftsführung und Gewerkschaft zu suchen, um die Zukunft für das Brief-Verteilzentrum der Deutschen Post im Süden der Landeshauptstadt auszuloten.

Knapp 30 Mitarbeiter betroffen

Nach seinen Angaben sollen laut den bisherigen Planungen des Unternehmens für 12 befristet angestellte Mitarbeiter die Verträge nicht verlängert werden, 15 weitere der rund 130 Beschäftigten sollen von der Nacht- in die Tagschicht wechseln. Bis Ende 2019 bestehe Kündigungsschutz, das kommende Jahr werde somit entscheidend sein, so Glawe.

Linke: Verlust von bis zu 140 Arbeitsplätzen befürchtet

Bereits am Dienstag hatten die Beschäftigten der Deutschen Post mit einer Mahnwache vor der Staatskanzlei auf ihre Befürchtungen aufmerksam gemacht. Die Linke hatte das Thema nun in den Landtag gebracht. Es gehe nicht nur um die Streichung der Nachtschicht, betonte der Wirtschaftsexperte der Fraktion, Henning Foerster. "Schon in der Vergangenheit wurden die Kolleginnen und Kollegen dadurch aufgeschreckt, dass andererenorts durchgeführte Modernisierungen im Briefverteilbereich in Schwerin unterblieben." Viele treibe die Furcht vor dem mittelbaren Verlust von 90 bis 140 Arbeitsplätzen in Schwerin.

Anhaltender Personalabbau bei der Post in MV

Foerster verwies auf den seit Jahren anhaltenden Personalabbau. "Hatte die Deutsche Bundespost 1994 in unserem Land noch 12.808 Beschäftigte, so sind es aktuell im gesamten Wirtschaftszweig Post-, Kurier- und Expressdienste noch 6.920 Beschäftigte in mittlerweile 53 verschiedenen Unternehmen."

Kritik: Viele Vollzeitstellen umgewandelt

Die SPD-Fraktion kritisierte, dass gerade die Post insgesamt in den vergangenen Jahren viele Vollzeitstellen in Teilzeit- und Mini-Jobs verwandelt habe. Die Fraktion Freie Wähler/BMV bemängelte den ruinösen Wettbewerb der Branche, in der sich die Unternehmen bei den Preisen gegenseitig unterbieten würden. Die AfD-Fraktion erklärte, die zunehmende Digitalisierung und der starke Rückgang des Briefverkehrs führten europaweit zu Arbeitsplatzverlusten. Es sei gut, dass der Wirtschaftsminister Gespräche führen will.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 14.12.2018 | 12:00 Uhr

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