Stand: 26.10.2018 10:54 Uhr

Missbrauch bei "Power for Kids": Zwölf Jahre Haft

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Nach der Haft soll der Angeklagte unter Führungsaufsicht gestellt werden, urteilte das Landgericht Schwerin.

Das Landgericht Schwerin hat am Freitag den Mitgründer des Schweriner Jugendtreffs "Power for Kids" zu einer Gesamtstrafe von zwölf Jahren Gefängnis verurteilt. In diesem zweiten Missbrauchsprozess wurde außerdem eine anschließende Führungsaufsicht gegen den 44-Jährigen verhängt. Der Mann hatte weitgehend gestanden, sich zwischen 2009 und 2015 an mehreren Jungen im Alter zwischen 9 und 13 Jahren vergangen zu haben.

"Power for Kids"-Mitgründer: Zwölf Jahre Haft

"Power for Kids"-Mitgründer: Zwölf Jahre Haft

Nordmagazin -

Missbrauch und Vergewaltigung: Das Schweriner Landgericht hat den 44-jährigen Mitgründer des Jugendtreffs "Power for Kids" zu zwölf Jahren Haft verurteilt.

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Richter schildert perfide Vorgehensweise

Vergewaltigung, schwerer sexueller Missbrauch und sexueller Missbrauch von Kindern - insgesamt 24 Fälle listete der Richter in seiner Urteilsbegründung auf und schilderte die Taten detailliert. Planmäßig, manipulativ und ohne Empathie sei der Verurteilte vorgegangen, hatte seine minderjährigen Opfer in seiner Wohnung, im Verein und einem Wohnwagen missbraucht und dabei mehrmals auch Gewalt angewendet. Viele der Opfer leiden bis heute darunter, sagte der Richter und nannte Beispiele von Schulabbruch, Verhaltensstörungen sowie Drogen- und Alkoholmissbrauch.

Führungsaufsicht nach Haftentlassung

Der Verurteilte ist laut einer Gutachterin psychisch auffällig, aber nicht krank und deshalb voll schuldfähig. Eine Sicherungsverwahrung verhängte das Gericht nicht - daran sei der 44-Jährige knapp vorbeigeschrammt, so der Richter. Nach seiner Haftentlassung steht der Verurteilte aber für fünf Jahre unter Führungsaufsicht. Er muss sich dann regelmäßig bei einem Bewährungshelfer melden.

Urteil aus erstem Prozess eingerechnet

Der Angeklagte war bereits 2016 wegen Kindesmissbrauchs zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt worden - diese Strafe ist in das aktuelle Urteil eingeflossen. Während des ersten Prozesses und danach waren weitere Tatvorwürfe bekannt geworden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 26.10.2018 | 10:00 Uhr

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