Stand: 22.06.2016 19:49 Uhr

Mehr Beratung für Dopingopfer im DDR-Sport

von André Keil, NDR 1 Radio MV
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Mit den Spätfolgen des DDR-Staatsdopings kämpfen viele Athleten erst heute. (Symbolbild)

In Berlin nimmt das zweite Dopingopfer-Entschädigungsgesetz die letzten Hürden. 10,5 Millionen Euro stellt der Bund zur Verfügung, um schwer geschädigte ehemalige DDR-Leistungssportler finanziell zu unterstützen. Es hat bereits vor 14 Jahren ein Entschädigungsgesetz gegeben, seitdem ist die Zahl der Sportler mit Spätfolgen des DDR-Staatsdopings allerdings drastisch angestiegen.

Über 1.000 geschädigte ehemalige Athleten

Der Doping-Opfer-Hilfe-Verein (DOH) in Berlin betreut derzeit mehr als 1.000 Dopingopfer, 78 davon kommen aus Mecklenburg-Vorpommern. Viele ehemalige DDR-Leistungssportler haben jetzt erst mit den Spätfolgen des systematischen Dopings zu kämpfen. Oft können sie ihre Berufe nicht mehr ausüben und brauchen Hilfe, um Rentenansprüche und Entschädigungen geltend zu machen.

Erster Beratungstag in Schwerin

Der Doping-Opfer-Hilfe-Verein bietet deshalb regelmäßig Beratungstage an. Am Mittwoch gab es erstmals einen Beratungstag in Schwerin. Die Vorsitzende des DOH, Ines Geipel, hat in den Räumen der Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen betroffene ehemalige Sportler beraten.

Forschung zu Doping-Spätfolgen in Greifswald und Schwerin

Unterdessen forciert Prof. Dr. Harald Freyberger von der Universität Greifswald die Studien zu den Spätfolgen des Dopings. In Zusammenarbeit mit dem Chef der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie bei den Helios-Kliniken in Schwerin Dr. Jochen Buhrmann sollen bis Ende 2017 bereits belastbare Zahlen und Erkenntnisse vorliegen. Die Mediziner werden dazu vom Doping-Opfer-Hilfe-Verein unterstützt.

Weitere Informationen

Landtag lässt DDR-Zwangsdoping untersuchen

Das Thema Doping in den drei früheren DDR-Bezirken Schwerin, Rostock und Neubrandenburg wird wissenschaftlich aufgearbeitet. Das Land stellt dafür 150.000 Euro zur Verfügung. (12.11.2015) mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.06.2016 | 16:40 Uhr

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