Das Kreuzfahrtschiff "AIDAblu" der Reederei AIDA Cruises liegt im Seehafen Rostock. Der Sicherheitsbereich am Hafenbecken ist eingezäunt. © dpa Foto: Bernd Wüstneck

Mecklenburg-Vorpommern will AIDA mit Bürgschaft helfen

Stand: 25.02.2021 18:47 Uhr

Mecklenburg-Vorpommern ist bereit, dem Kreuzfahrtunternehmen AIDA mit einer Bürgschaft über die aktuell schwierige Lage zu helfen. Der Finanzausschuss des Landtags stimmte der Übernahme einer Rückbürgschaft zu.

Die in Rostock ansässige Kreuzfahrtreederei AIDA Cruises soll eine Landesbürgschaft in Höhe von 26 Millionen Euro bekommen. Das hat nach Informationen von NDR 1 Radio MV der Finanzausschuss des Landtages am Donnerstagnachmittag beschlossen. Mecklenburg-Vorpommern beteiligt sich damit am Rettungsschirm des Bundes für das angeschlagene Kreuzfahrtunternehmen. Die sogenannte Rückbürgschaft sei Voraussetzung dafür, dass AIDA vom Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes profitieren könne, hieß es. Rückbürgschaft bedeutet, dass Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg gegenüber dem Bund als Hauptbürgen in einem geringen Teil die finanzielle Mit-Haftung übernehmen. Nach NDR-Informationen auf MV insgesamt 26 Millionen Euro. Hamburg stünde dann für den Rest, also 14 Millionen Euro ein und soll da bereits grünes Licht gegeben haben.

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Verhandlungen mit dem Bund über 400 Millionen Euro

Nach früheren Angaben von Aida-Vorstandschef Michael Thamm verhandelt das Unternehmen mit der Bundesregierung über einen Kredit über 400 Millionen Euro. AIDA Cruises gehöre zu den größten Arbeitgebern im Land, sagte Finanzminister Reinhard Meyer (SPD). Die Corona-Pandemie habe den Geschäftsbetrieb nahezu vollständig zum Erliegen gebracht. Allerdings seien die Prognosen für die Zeit nach der Pandemie sehr positiv. Meyer sei deshalb froh, dass der Finanzausschuss am Donnerstag das klare Signal gesendet habe, dem Unternehmen in dieser schweren Zeit zur Seite zu stehen.

Kontroverse Debatte um Vergabe der Kredite

Ob AIDA Cruises tatsächlich Kredite erhalten soll, war immer wieder kontrovers diskutiert worden. Zum einen, weil die Reederei zum britisch-US-amerikanischen Konzern Carnival Corporation mit Sitz in Miami gehört. Zum anderen, weil die 14 Schiffe der AIDA Flotte unter italienischer Flagge fahren. Nicht zu vergessen ist auch, dass AIDA auf der Meyer Werft Papenburg und damit auch auf der Warnemünder Neptun Werft Schiffe in Auftrag gegeben hat. Mit der Zusage aus Schwerin könnte eine Einigung auf Bundesebene nun in greifbarer Nähe rücken.

Reederei musste Neustart mehrfach verschieben

AIDA Cruises bedankte sich für die grundsätzliche Bereitschaft des Landes, das Unternehmen zu unterstützen. Man werde zu gegebener Zeit entscheiden, ob das Unternehmen von dieser Möglichkeit des WSF Gebrauch machen werde, sagte ein Sprecher. AIDA Cruises musste in den vergangenen Monaten den Neustart mehrfach verschieben. Der in den USA ansässige AIDA-Mutterkonzern Carnival geht für das vierte Quartal 2020 von tiefroten Zahlen aus. Laut vorläufigen Ergebnissen dürfte sich der Nettoverlust in den drei Monaten bis Ende November auf 2,2 Milliarden Dollar (1,8 Milliarden Euro) belaufen, wie der Konzern Mitte Januar in Miami mitteilte.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 25.02.2021 | 19:00 Uhr

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