Verlängerung der Corona-Maßnahmen: Wirtschaft in MV übt Kritik

Stand: 23.03.2022 06:40 Uhr

Die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern will die bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen bis zum 27. April verlängern. Der Arbeitgeber-Vereinigung hält dagegen, MV sei kein Hot-Spot.

Der Präsident der Vereinigung der Unternehmerverbände für Mecklenburg-Vorpommern, Lars Schwarz, hat sich gegen die Pläne der Landesregierung positioniert, die Corona-Schutzmaßnahmen bis zum 27. April zu verlängern. Die bis zum 2. April geltenden Übergangsregeln habe man noch zähneknirschend mitgetragen, doch die Politik müsse endlich anerkennen, dass Corona das Leben auf Dauer begleiten werde. Die Abstandsregeln und Hygiene-Maßnahmen seien der Basisschutz, verpflichtende 3G-Regeln aber nicht mehr verhältnismäßig. Sie würden viele in der Branche nur weiter belasten.

Weitere Informationen
Flur auf einer Intensivstation © picture-alliance Foto: Fabian Strauch

In MV fällt immer mehr Personal wegen Corona-Infektionen aus

Insbesondere in den Krankenhäusern sowie im Bus- und Bahnverkehr des Landes führt die Infektionswelle zu Problemen. mehr

 

Krankenhaus-Gesellschaft schlägt Alarm

Die Krankenhaus-Gesellschaft erklärte dagegen, es sei notwendig, alles für die Arbeitsfähigkeit des medizinischen Personals zu tun. Die aktuellen Infektionszahlen würden die Kliniken den kommenden Wochen stark fordern.

Laut Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) fallen in manchen Kliniken derzeit bis zu 30 Prozent des Personals aus. Stationen hätten deshalb geschlossen werden müssen. Auf der anderen Seite gebe es zahlreiche Corona-Patienten.

Weitere Informationen
Mehrere bunte Holzmännchen mit einem Corona-Virus-Icon auf der Brust © Colourbox

Corona in MV: Fragen und Antworten zu Impfungen und Regeln

Alles, was Sie über die Impfungen und die aktuell geltenden Corona-Schutzmaßnahmen wissen müssen. mehr

Entscheidung in Sondersitzung am Donnerstag

Drese spricht von einem dynamischen Infektionsgeschehen in Mecklenburg-Vorpommern. Deshalb will die Landesregierung alle Landkreise zu "Hot-Spots" erklären lassen und damit die Möglichkeiten des neuen Infektionsschutzgesetzes nutzen. Darauf einigte sich das Kabinett nach Beratungen am Dienstag. "Das öffentliche Gesundheitssystem ist an der Überlastungsgrenze", sagte Drese. Die Landesregierung werde dem Landtag deshalb vorschlagen, in dessen Sondersitzung am Donnerstag die bisherigen Corona-Schutzmaßnahmen über den 2. April hinaus bis zum 27. April zu verlängern.

MV "inmitten eines dynamischen Infektionsgeschehens"

Konkret würde dies den Fortbestand der Maskenpflicht in Innenbereichen, des Abstandsgebots von 1,5 Metern, der Hygienevorschriften sowie die Fortsetzung der 3G-Regel beziehungsweise des 2G-Optionsmodells und der 2G-Plus-Regel in Clubs und Diskotheken bedeuten. Drese sprach davon, dass der Nordosten inmitten eines dynamischen Pandemiegeschehens sei. Es bestehe die konkrete Gefahr von Überlastungen der Krankenhäuser in allen Landkreisen des Bundeslandes.

Rehakliniken bleiben Ersatzkrankenhäuser

Außerdem sagte Drese, dass ausgewählte Rehakliniken weiterhin als Ersatzkrankenhäuser fungieren dürften. Dies entlaste die Krankenhäuser erheblich, so Drese. Mecklenburg-Vorpommern will sich beim Bund darüber hinaus dafür einsetzen, dass die staatliche Testinfrastruktur über den Sommer hinaus - wenn auch in leicht reduzierter Form - erhalten bleiben solle. Es müsse darum gehen, drohende Schließungen infolge eines Finanzierungsstopps der Testeinrichtungen zu verhindern. Drese appellierte zudem an Ältere, sich boostern zu lassen. Alle über 70-Jährigen würden vom Land angeschrieben und zur zweiten Auffrischungsimpfung aufgefordert.

Corona in MV
7-Tages-Inzidenz der Hospitalisierungen vom 12. August 2022. © NDR

Corona in MV: 1.132 Neuinfektionen - ein weiterer Todesfall

Die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen in Mecklenburg-Vorpommern steigt auf 408,1. Die Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 4,0. mehr

Segelschiffe in Rostock anlässlich der Hanse Sail. © Jürgen Opel Foto: Jürgen Opel

Hanse Sail 2022 in Rostock - "Zurück zu alten Stärken"

Rostocks maritimes Großevent in einer Spezialfolge des Podcasts Dorf Stadt Kreis: Mit prominenten Gästen geht es um aktuelle Herausforderungen. mehr

Nach den Bund-Länder-Beratungen: Mecklenburg-Vorpommerns Gesundheitsministerin Stefanie Drese (SPD) im Interview. © NDR Screenshots

Drese nach Corona-Beratungen: Noch einige Fragen offen

Der vom Bund vorgelegte Entwurf des neuen Infektionsschutzgesetzes erfüllt nicht alle Erwartungen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 23.03.2022 | 06:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Coronavirus

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

MV-Umweltminister Till Backhaus (SPD) in Stettin. © NDR Foto: NDR

Ostsee/Stettiner Haff: "Wir haben zurzeit keine toten Fische"

"Wir wissen eigentlich noch gar nichts", sagte MV-Umweltminister Backhaus mit Blick auf die Ursache des Oder-Fischsterbens. Ein Treffen in Stettin sollte mehr Aufklärung bringen. mehr

30 Jahre NDR in Mecklenburg-Vorpommern

Stefan Kuna mit Maskottchen Antje  Foto: Jan-Philipp Baumgart

Jetzt anmelden zum NDR MV Geburtstagsfest am 25. September

Wir laden Sie ein: Feiern Sie den Sonntag mit uns rund ums Landesfunkhaus in Schwerin mit Livebands, Spielen und Action. mehr

Die kostenlose NDR MV App

Blick auf ein schwarzes Smartphone, dass die neue NDR Mecklenburg-Vorpommern App zeigt © NDR

Mecklenburg-Vorpommern immer dabei - NDR MV App

Nachrichten, Musik, Videos - NDR 1 Radio MV und Nordmagazin als App. Mit Livestreams, Corona-Infos für Ihre Region und direktem Kontakt ins Studio. mehr

Ein Smartphone zeigt einen Chat in der NDR MV App, in dem die App eine Liste mit Blitzern und Lasern in Mecklenburg-Vorpommern anzeigt. © ndr Foto: Christian Kohlhof

Aktuelle Blitzer in Mecklenburg-Vorpommern direkt aufs Handy

Über die NDR MV App können Sie sich jetzt eine Liste mit allen aktuellen Blitzern und Lasern aus MV schicken lassen. mehr