Die Werft mit dem Bockkran und dem Schriftzug "MV Werften". © dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck/dpa

MV-Werft Warnemünde: Haushaltsausschuss billigt Kauf

Stand: 07.07.2022 06:53 Uhr

Die letzte Hürde ist genommen: Die Bundeswehr kann den Standort der insolventen MV-Werften in Warnemünde übernehmen. Den Zuschlag hatte der Bund bereits erhalten, der Haushaltsausschuss musste aber noch zustimmen.

Der Haushaltsausschuss des Bundestages hat dem Kauf für rund 87 Millionen Euro zugestimmt. Sogar ohne Debatte, wie es aus Parlamentskreisen hieß. Denn auch die Union begrüßt es, dass die Bundeswehr jetzt in Rostock ihr Marinearsenal erweitern kann. Die zusätzlichen Kapazitäten zum Reparieren und Instandhalten der Schiffe wird auch nach Ansicht der CDU dringend gebraucht. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Frank Junge aus Mecklenburg-Vorpommern zeigte sich erleichtert. Die Übernahme der Werft in Rostock-Warnemünde durch die Bundeswehr sei sowohl für die Marine als auch für Mecklenburg-Vorpommern eine große Chance - vor allem für die rund 500 Menschen, die dort beschäftigt werden können, sagt Junge.

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Die Werft mit dem Bockkran und dem Schriftzug "MV Werften". © dpa-Zentralbild Foto: Bernd Wüstneck/dpa

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Umgehende Vertragsunterzeichnung

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben kurz BIMA, kann den Kaufvertrag mit dem Insolvenzverwalter der MV-Werften nun abschließen. Nach NDR Informationen soll es am Donnerstag bereits einen Notartermin zur Vertragsunterzeichnung geben. Die BIMA wird die Werft dann an die Marine weiter verpachten - ein übliches Verfahren, wie es aus dem Bundesverteidigungsministerium hieß.

Außenstelle von Wilhelmshaven

Die Marine will in Rostock, wo sich auch das Marinekommando befindet, eine Außenstelle ihres Hauptarsenals in Wilhelmshaven errichten. Auf dem 65 Hektar großen Gelände der früheren MV-Werften könnten nach Angaben aus dem Umfeld des Insolvenzverwalters rund 500 Arbeitsplätze gesichert werden.

Weitere Ansiedlung auf Stralsunder Werftgelände

Unterdessen ist für den maritimen Gewerbepark auf dem früheren MV-Werften-Gelände in Stralsund ein weiterer Pachtvertrag unterzeichnet worden. Der Windkraftanlagenbauer German Sustainables will noch in diesem Jahr mit der Produktion beginnen. Die Firma plant, in Stralsund eine neue Generation von Windkraftanlagen zu bauen, so der Geschäftsführer Hans-Jürgen Brandt. Dazu zählt eine Windkraftanlage mit vertikalen Rotorblättern. Fast 6.000 Quadratmeter Produktions- und Logistikflächen hat das German Sustainables dafür gepachtet.

Pleite in Folge der Pandemie

Die auf Kreuzfahrtschiffe spezialisierte MV-Werften-Gruppe mit Standorten in Wismar, Rostock und Stralsund hatte im Januar Insolvenz angemeldet. Anfang März wurde das Verfahren formal eröffnet. Auslöser der Pleite war der Corona-bedingte Zusammenbruch des weltweiten Kreuzfahrtgeschäfts. Der asiatische Mutterkonzern Genting Hong Kong war in der Folge zahlungsunfähig geworden und hatte sich mit Landes- und Bundesregierung nicht mehr über weitere Hilfskredite einigen können.

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