Stand: 01.04.2019 09:04 Uhr

Lila-Bäcker-Mitarbeiter bekommen wieder Gehalt

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Lila Bäcker/Unser Heimatbäcker hat Produktionsstandorte in Pasewalk, Neubrandenburg und Dahlewitz bei Berlin. (Archivbild)

Das Unternehmen Unser Heimatbäcker/Lila Bäcker aus Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald) kann von heute an sein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung weiterführen. Das bestätigte eine Richterin am Amtsgericht Neubrandenburg auf Nachfrage von NDR 1 Radio MV. "Die Firma ist zahlungsunfähig, aber es ist genug Masse da, um alle Kosten des Insolvenzverfahrens zu begleichen", sagte Richterin Astrid Hacker am Montag.

Gilt für Standorte Pasewalk und Dahlewitz

Die Entscheidung bedeute, dass die Lila-Bäcker-Geschäftsführung geeignet sei, die Insolvenzverfahren selbst durchzuführen. Das habe das Management mit einem fristgerecht eingereichten Insolvenzgutachten nachgewiesen. Die Insolvenzverfahren in Eigenregie darf das Unternehmen demnach für die Bereiche Produktion und Vertrieb in Pasewalk, Neubrandenburg und im brandenburgischen Dahlewitz vornehmen.

Zahlung von Insolvenzgeld eingestellt

Die Lila-Bäcker-Geschäftsführung teilte mit, dass ab heute sämtliche 2.700 Mitarbeiter in den 400 Filialen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Berlin wieder ganz regulär Gehalt bekommen. Die Zahlung von Insolvenzgeld sei eingestellt worden. Das bestätigte auch eine Sprecherin der Arbeitsagentur Greifswald. Gehälter und Löhne hatten drei Monate lang Arbeitsagenturen übernommen.

Zwei ernsthafte Interessenten

Im Rahmen des Sanierungsprozesses hätten bis jetzt zwei ernst zu nehmende Interessenten Angebote zum Erwerb des Betriebes abgegeben, sagte der in das Management des Unternehmens berufene Insolvenzexperte, Jan Plathner. Jetzt liege der Schwerpunkt darauf, die Bäckereikette wirtschaftlich wieder fit zu machen.

Aus für unrentable Filialen?

Das heißt unter anderem: Unrentable Filialen sollen geschlossen und für bestehende Standorte neue Mietverträge ausgehandelt werden. Bis 13. Mai soll ein Modell zum Fortbestand der Backkette mit Investoren oder über einen eigenen Insolvenzplan vorliegen.

Eine der größten deutschen Bäckereiketten

Das Unternehmen gilt nach Angaben des letzten Hauptgesellschafters - der Deutschen Beteiligungs AG - als eine der größten deutschen Bäckereiketten mit einem so umfassenden Filialnetz. Der Umsatz war von 2016 bis 2018 von 142 Millionen auf 129 Millionen Euro gesunken. Das Gericht hat über einen Gutachter prüfen lassen, ob genügend Vermögen und Werte für ein Insolvenzverfahren vorhanden sind.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 01.04.2019 | 10:00 Uhr

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