Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig.

Kleine Lockerungen für doppelt Geimpfte in MV angekündigt

Stand: 26.04.2021 20:56 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Landesregierung will die Corona-Beschränkungen für alle etwas lockern, die bereits doppelt gegen Corona geimpft sind. Das kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) nach dem Impf-Gipfel von Bund und Ländern an.

Wer zweimal gegen Corona geimpft ist, soll in Mecklenburg-Vorpommern ohne aktuellen Corona-Test zum Friseur, zum Baumarkt oder in die Außenbereiche der Zoos gehen können. Diese Lockerungen kündigte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) am Montagabend nach den Gesprächen zwischen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Bundesländern an. Weitere Lockerungen sind aus Sicht Schwesigs nicht möglich, solange nicht mehr Bürgerinnen und Bürgern ein Impf-Angebot gemacht werden könne. Es gelte, die Balance zu halten zwischen jenen, die auf eine Impfung warten müssen und jenen, die bereits zweimal geimpft sind, so Schwesig. In Mecklenburg-Vorpommern sind bislang rund 105.000 Menschen zweimal gegen Corona geimpft worden. Das entspricht einer Impfquote von 6,55 Prozent. Die Erleichterungen sollen offenbar nicht für alle gelten, die doppelt geimpft sind: Auswärtige Zweitwohnungsbesitzer dürften weiterhin nicht nach Mecklenburg-Vorpommern kommen, da das Gesundheitssystem vor Überlastung geschützt werden müsse, so Schwesig.

Impfzentren für die Zweitimpfung

Für den Mai hat der Bund für Mecklenburg-Vorpommern 310.000 Impfdosen angekündigt. Im Juni sollen weitere 582.000 Impfdosen eintreffen. Die Prioritäten bei der Impfreihenfolge will Schwesig nur leicht ausweiten. So soll die sogenannte Priorität drei auch für Polizisten, Feuerwehrleute und vor allem Lehrer weiterführender Schulen geöffnet werden. Das Gesundheitsministerium werde in den nächsten Tagen mitteilen, wie Impftermine dafür über die Corona-Impfhotline gebucht werden können. Laut Schwesig sollen im Mai die Impfzentren in Mecklenburg-Vorpommern sich vor allem um die Zweitimpfungen und die 1.700 niedergelassenen Ärzte sich um die Erstimpfungen kümmern.

Merkel schaut auf den Juni

Bundeskanzlerin Merkel hatte sich nach dem Impf-Gipfel zuversichtlich gezeigt, dass im Juni die Corona-Impfpriorisierung aufgegeben wird und sich jeder um einen Impftermin bemühen kann. Außerdem will der Bund Erleichterungen für Geimpfte und Genesene auf den Weg bringen. Nach Erkenntnissen des Robert-Koch-Instituts geht von doppelt Geimpften kaum noch eine Ansteckungsgefahr für andere aus, sagte Merkel. Ähnliches gelte für Genesene. Die Betroffenen sollten etwa beim Einkaufen oder beim Friseurbesuch keinen negativen Corona-Test vorlegen müssen. Auch die Pflichtquarantäne nach der Einreise aus dem Ausland solle wegfallen. Die Bundesregierung wird eine entsprechende Rechtsverordnung auf den Weg bringen, die im Mai vom Bundestag und Bundesrat verabschiedet werden soll. Schließlich müssten die Grundrechte der Geimpften und Genesenen im Auge behalten werden.

Bund weiter an Sputnik V interessiert

Außerdem wird sich die Bundesrepublik um den russischen Impfstoff Sputnik V bemühen, so Merkel. Allerdings seien die Unterlagen noch nicht vollständig, um ihn in der EU zulassen zu können. Wie viel von dem Impfstoff bestellt werde, hänge davon ab, wann der Impfstoff zugelassen wird. Falls dies noch einige Monate dauert, sei möglicherweise genug anderer Impfstoff vorhanden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.04.2021 | 19:30 Uhr

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