Stand: 21.07.2018 13:44 Uhr

Imkerverband: 2018 eines der besten Honigjahre

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Imker atmen auf: Aufgrund der sommerlichen Maitemperaturen und der folgenden üppigen Blüte kann in diesem Jahr deutlich mehr Honig geerntet werden als 2017.

Nach der katastrophalen Honigernte im vergangenen Jahr können Imker wie Honigliebhaber ihre leeren Regale wieder auffüllen. Nach Aussage von Torsten Ellmann, dem Imkerverbandschef in Mecklenburg-Vorpommern, gehört 2018 zu den besten Honigjahren. Bereits vor der offiziellen Gesamtbilanz zeichne sich dieser Trend jetzt schon ab. Ellmann schätzt, das Ergebnis werde etwa zwischen 40 und 45 Kilogramm Honig pro Volk liegen. In den honigstärksten Jahren waren es noch mal fünf Kilogramm mehr. Es gebe aber auch einzelne, sehr starke Völker, die bis zu 80 Kilogramm eingetragen hätten.

Sonniger Mai und üppige Frühlingsblüte

Nachdem im vergangenen Jahr aufgrund der vielen Regenfälle die Honigernte sprichwörtlich ins Wasser fiel, ist es in diesem Jahr genau umgekehrt. An den trockenen und hochsommerlichen Maitagen konnten sich die Bienenvölker wunderbar entwickeln. "Nach dem späten Frühjahr ist die Natur förmlich explodiert und sehr verschwenderisch", so Ellmann weiter. Die üppige Blüte war zwar wie bei Obst oder Raps teilweise kurz, jedoch drohte nicht die Gefahr, dass Regen die Blüten zerschlage. Vor allem Robinien seien dafür anfällig. Imker sagen, es gäbe etwa alle zehn Jahre ein "Robinienjahr", genau dies sei 2018 der Fall. Bis zum Saisonschluss für die Honigernte fehle mit der Heide nur noch die letzte Tracht.

Gute Vorsorge der Landwirte bei Blühflächen

In vielen Agrarbetrieben wurden außerdem bis zu 20 Hektar geförderte Blühflächen angelegt, damit die Bienen bis Ende August genug Pollen für ihre Brut sammeln können. Diese Vorsorge mache sich nun zur Zufriedenheit des Imkerverbandschefs auch bei der Ernte bemerkbar. Nach den partiellen Regengüssen hätten sich die Bestände prächtig entwickelt.

Blütenvielfalt so groß wie selten

Viele Imker deklarieren ihre Honiggläser in diesem Jahr allgemeiner mit Frühjahrs- oder Sommertracht. Rapshonig zum Beispiel müsse mindestens 80 Prozent Rapspollen enthalten, um als solcher deklariert werden zu dürfen. Aufgrund der Blütenvielfalt in diesem Jahr hätten die Bienen sozusagen "alles durcheinander gesammelt". Die Vielfalt sei demnach so groß wie selten, so Ellmann. Honigliebhaber könnten sich auf dem 1. Norddeutschen Honigmarkt überzeugen, der am 25. August in Wismar stattfinden soll.

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 21.07.2018 | 13:00 Uhr

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