Grundsteinlegung für schwebende Plattform am Königsstuhl

Stand: 30.08.2021 15:25 Uhr

Im Nationalpark Jasmund auf Rügen ist am Montag der Grundstein für den neuen Königsweg gelegt worden. Die Schwebekonstruktion soll nächstes Jahr für Besucher zugänglich sein und auch weiterhin die Aussicht auf die Kreidefelsen von oben ermöglichen.

Die Bauarbeiten zu dem neuen Hochplateau am Kreidefelsen auf Rügen haben nun nach zehnjähriger Planung begonnen. Eine Schlaufe, die 118 Meter über dem Kreidefelsen ragt, barrierefrei und ohne Gegenverkehr zugänglich - das soll schon im kommenden Jahr Realität am Königsstuhl auf Rügen (Landkreis Vorpommern-Rügen) werden. "Ich bin sicher: Der Königsweg selbst wird eine Attraktion werden - ein Hingucker und ein technisches Meisterwerk", erklärte Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) bei der Grundsteinlegung. Rügen und Mecklenburg-Vorpommern würden so um eine Sehenswürdigkeit reicher.

90 Meter lange und 19 Meter breite "Schlaufe" wird gebaut

Gebaut wird die 90 Meter lange und 19 Meter breite Konstruktion von einer Stahl- und Metallbaufirma aus Lauterbach auf Rügen. Laut Firmenangaben sind die Gründungsbohrungen fast abgeschlossen. Dabei werden Rohre 48 Meter tief in die Kreide gebohrt. Darauf kommen dann Fundamente mit zwei Abspannmasten, die die Schwebekonstruktion später halten sollen. Den Besuchern soll dann ein Ausblick über Königsgrab, den Königsstuhl und den Victoriafelsen geboten werden. Wegen der Bautätigkeit können Besucher laut Nationalpark Jasmund, wozu das Gebiet gehört, von Ende 2021 bis Mitte 2022 nicht auf den Königsstuhl.

Hoffnung auf nachhaltigen Tourismus

Diese Lösung ist notwendig geworden, weil der Kreidefelsen aufgrund natürlicher Prozesse immer weiter abgetragen wird. Mit der Schwebekonstruktion soll vor allem die alte Aussichtsplattform direkt auf dem Kreidefelsen ersetzt und dadurch der Felsen vom Gewicht entlastet werden. Die Stadt Sassnitz erhofft sich von der neuen Aussichtsplattform auch neue Impulse für einen naturverträglichen und nachhaltigen Tourismus. Das Projekt soll insgesamt rund 7,6 Millionen Euro kosten, das Land unterstützt das Vorhaben mit knapp 7,2 Millionen Euro.

Weiter Forderungen nach einem Ersatzbau der abgebauten Treppe

Das Nationalparkzentrum am Königsstuhl an der bekannten Kreideküste Rügens besuchen pro Jahr rund 300.000 Gäste, den Nationalpark mehr als eine Million Besucher. Parallel dazu fordern Einheimische aber weiter den Ersatzbau einer Treppe am Königsstuhl. Die bisherige Treppe zum Strand war 2016 in Teilen beschädigt und abgebaut worden. Einen ähnlichen Vorfall gab es auch schon an anderer Stelle der Steilküste auf Rügen. Da Nationalpark und Umweltministerium bisher einen Wiederaufbau der Treppe ablehnten, gab es mehrfach Proteste von Anwohnern und Rügenbesuchern.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 30.08.2021 | 16:00 Uhr

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