Stand: 26.08.2020 12:06 Uhr

Genting will MV Werften offenbar ans Land verkaufen

Die Kräne der MV-Werften
Der Mutterkonzern Genting will offenbar seine Tochter MV Werften an die öffentliche Hand in Deutschland verkaufen. (Archivbild)

Der Mutter-Konzern der MV Werften - Genting aus Hongkong - strebt nach Informationen von NDR 1 Radio MV offenbar an, das eigene Schiffbau-Unternehmen an die öffentliche Hand in Deutschland zu verkaufen. Ein entsprechendes Angebot soll Genting bei Gesprächen mit Land und Bund gemacht haben - die könnten einzeln oder zusammen 51 Prozent der Anteile übernehmen. Die bereits geplanten Schiffe würde man abnehmen. Genting will vom Werft-Eigner offenbar zum Kunden werden.

Spitze der MV-Werften widerspricht

Die Spitze der MV-Werften hat offenbar Berichten widersprochen, Genting wolle seine Werften-Anteile an das Land abstoßen. In einer Information an die Mitarbeiter soll es heißen, es sei lediglich überlegt worden, die angepeilten Kredite des Bundes mit den Anteilen abzusichern. In der Information an die Mitarbeiter heißt es offenbar, es sei lediglich überlegt worden, die angepeilten Kredite des Bundes mit den Anteilen abzusichern.

Weiterbetrieb bis Ende April 2021 sichern

In der Landesregierung wollte man das nicht kommentieren. Das Wirtschafts- und das Finanzministerium erklärten in einer gemeinsamen Pressemitteilung lediglich, das Land strebe weiter an, die Werften unter den Corona-Rettungsschirm des Bundes zu bringen. Es geht um 570 Millionen Euro, die sollen bis Ende September genehmigt sein und dann einen Weiterbetrieb bis Ende April 2021 sichern. Am Freitag soll es eine Sondersitzung des Finanzausschusses des Landtags geben.

Genting in Corona-bedingten Turbulenzen

Die Lage scheint ernst: Genting ist in Turbulenzen. In der vergangenen Woche hatte der Konzern angekündigt, wegen eines Corona-bedingten Ertragseinbruchs alle Zahlungen an Gläubiger und Banken vorübergehend einzustellen. Die Landesregierung stellte klar: Einen Insolvenzantrag haben die MV Werften nicht gestellt. Der Multikonzern Genting hatte 2016 die Werften in Wismar, Rostock und Stralsund übernommen, um dort Kreuzfahrtschiffe für den eigenen Bedarf bauen zu lassen.

Kurzarbeit bis Jahresende beantragt

Ursprünglich reichten die erteilten Aufträge weit in die Zukunft und versprachen sichere Arbeitsplätze für zuletzt insgesamt 3.100 Beschäftige. Doch wurden in Folge der Corona-Pandemie und fehlender Einnahmen die Arbeiten auf den Werften im März eingestellt. Bis zum Jahresende wurde Kurzarbeit beantragt. Mit Hilfe des Wirtschaftsstabilisierungsfonds des Bundes soll die Finanzierung der milliardenschweren Schiffsneubauten für den asiatischen Kreuzfahrtmarkt nun gesichert werden.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 26.08.2020 | 06:00 Uhr

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