Ein Feld voller Brokkoli.

Gemüse-Bauern in MV weiten Anbauflächen aus

Stand: 06.08.2022 08:19 Uhr

Brokkoli, Möhren, Kürbisse: Der Gemüseanbau ist im vergangenen Jahr in Mecklenburg-Vorpommern stark ausgeweitet worden.

Während der Corona-Pandemie haben die Kunden viel Obst und Gemüse gekauft. Auf die höhere Nachfrage haben die Gemüsebauern in Mecklenburg-Vorpommern reagiert und ihre Anbauflächen ausgebaut. Laut Statistischem Amt des Landes wuchsen die Gemüsefelder um 385 Hektar oder 17,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit 2240 Hektar sei der Gemüseanbau zuletzt so umfangreich gewesen wie seit dem Jahr 2000 nicht mehr, hieß es.

 

AUDIO: Mehr Gemüseflächen in MV (1 Min)

27 Betriebe arbeiten ökologisch

Sieben der 56 Unternehmen bewirtschaften rund 84 Prozent der Gemüse-Anbauflächen im Land. 27 Betriebe arbeiten ökologisch. Am häufigsten wurde Brokkoli gepflanzt, und zwar auf 416 Hektar, wie aus den Daten des Amtes hervorgeht. Das waren 1,3 Prozent mehr als 2020. Möhren wuchsen auf 207 Hektar. Spargel kam mit 199 Hektar auf Platz drei - trotz eines Rückgangs der Anbaufläche um neun Hektar. Der größte Zuwachs entfiel auf Kürbisse, deren Anbaufläche seit 2020 um rund 150 Prozent auf 117 Hektar zulegte.

Schwerpunkt in der Region Ludwigslust-Parchim

Mehr als vier Fünftel der Gemüsefelder in Mecklenburg-Vorpommern liegen dem Amt zufolge im Landkreis Ludwigslust-Parchim (knapp 82 Prozent). Dort war auch mit rund 300 Hektar das Hauptwachstum der Anbaufläche zu verzeichnen. Anbauexperte Rolf Hornig von der LMS Agrarberatung des Landes erklärte, der Flächenzuwachs dort betreffe im Wesentlichen ein einziges Unternehmen. Dieses habe Gemüsefelder in Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern und baue im Interesse der Fruchtfolge in einem Jahr mal hier mehr an und im nächsten dort.

Reaktion auf gestiegene Nachfrage

Einen weiteren Grund für die Ausweitung des Anbaus sieht Hornig in der deutlich gestiegenen Nachfrage nach Obst und Gemüse in der Corona-Pandemie. "Darauf haben die Unternehmen reagiert", sagte er. Inzwischen sei die Kauflaune infolge der Energiekrise stark zurückgegangen, die Menschen sparten. "Ich könnte mir gut vorstellen, dass wir 2023 lesen werden, dass die Anbaufläche 2022 wieder zurückgegangen ist." Insgesamt spielt der meist personalintensive Gemüse-Anbau in Mecklenburg-Vorpommerns eine untergeordnete Rolle. Nur auf 0,6 Prozent der landwirtschaftlichen Flächen wird Gemüse angebaut.

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NDR 1 Radio MV | Die Nachrichten | 06.08.2022 | 12:00 Uhr

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