Ganztagspläne des Bundes: In MV fehlen Erzieher für Umsetzung
Ab dem Jahr 2030 hat jedes Grundschulkind deutschlandweit einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Das hat der Bundestag im vergangenen Herbst beschlossen. Eine Studie hat nun untersucht, wie die Bundesländer darauf personell vorbereitet sind.
In Mecklenburg-Vorpommern reicht die Zahl der Pädagogen, damit jedes Grundschulkind versorgt werden kann und tatsächlich einen Ganztagsplatz bekommt. Der Rechtsanspruch könnte also umgesetzt werden, so das Ergebnis aus dem aktuellen Fachkräfte-Radar der Bertelsmann-Stiftung für Kitas und Grundschulen. Sie würden aber nicht reichen, um den Qualitätsanspruch der Stiftung umzusetzen.
Betreuungsschlüssel: Fachkräfte fehlen
Wie der jüngste Blick in die Statistik zeigt, betreuen Horterzieherinnen und Erzieher in Mecklenburg-Vorpommern durchschnittlich zehn Kinder mehr als ihre Kolleginnen in westdeutschen Bundesländern. Um die Bildungschancen der Kinder zu wahren, so die Autoren, müssten bis 2030 rund 5.000 Fachkräfte mehr eingestellt werden, als voraussichtlich verfügbar sein werden.
Verdi fordert Landesregierung zum Handeln auf
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Verdi fordern mehr pädagogische Qualität und eine Fachkräfteoffensive in der Kindertagesförderung. "Die Studie belegt wieder einmal, dass die Not groß ist", heißt es von Verdi-Sprecher Daniel Taprogge. "Wir weisen seit Jahren darauf hin, dass es eine Fachkräfteoffensive in der frühkindlichen Bildung und dem Ganztag geben muss." Die Maßnahmen der Landesregierung in Schwerin in den vergangenen Jahren seien nicht ausreichend gewesen. Zwei weitere Erzieherinnenklassen zusätzlich im nächsten Schuljahr seien ein erster Schritt, der allerdings nicht ausreiche. Auch in den Kitas würden zusätzliche Fachkräfte benötigt.
Bessere Arbeitsbedingungen gefordert
Die Studie empfiehlt, die Bundesmittel nicht ausschließlich in den Platzausbau zu stecken, sondern vielmehr in pädagogische Qualität. Dafür sollen mittels einer Fachkräfte-Offensive Pädagogen angeworben werden. Ein solches Programm ist auch im Koalitionsvertrag der Bundesregierung festgehalten. Wie das aber inhaltlich aussehen wird, ist noch nicht bekannt. Vom Bund stehen für den Ausbau insgesamt 3,5 Milliarden Euro bereit. Erzieher kritisieren vor allem die Arbeitsbedingungen und fordern, diese zu verbessern.
