Stand: 07.05.2018 17:06 Uhr

Journalisten bedroht: Staatsanwaltschaft ermittelt

Nach einem Unfall zwischen Röbel und Bollewick (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) sind am Wochenende zwei Medienvertreter von Feuerwehrleuten massiv beschimpft und bedroht worden. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Sie will herausfinden, was genau passiert ist und ob dafür jemand persönlich verantwortlich gemacht werden kann. Eine Zeitungsjournalistin und ein Fernsehreporter, die über den Unfall berichten wollten, waren bei ihrer Arbeit behindert worden.

Polizistin

Nach Unfall: Feuerwehrleute bedrohen Journalisten

Nordmagazin -

Nach einem Unfall zwischen Röbel und Bollewick haben Feuerwehrleute Journalisten, die über den Unfall berichten wollten, massiv beschimpft und bedroht. Die Polizei musste einschreiten.

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Anzeige gegen Feuerwehrleute erstattet

Die Journalisten erstatteten mittlerweile Anzeige gegen die Feuerwehrleute wegen Bedrohung und Beschimpfung. Es handele sich nicht um ein Kavaliersdelikt, so der Anwalt der Reporter, denn die Journalisten seien nicht nur verbal angegriffen sondern auch bedroht worden. Das habe eine strafrechtliche Relevanz und könne mit einer Geldstrafe oder sogar einer Haftstrafe geahndet werden.

Kreisbrandmeister will verbandsintern aufklären

Kreisbrandmeister Norbert Rieger kündigte derweil Gespräche mit den beteiligten Feuerwehrleuten an, um den Zwischenfall verbandsintern aufzuklären. Es gelte die Unschuldsvermutung, sagte er. Rieger betonte, auch freiwillige Feuerwehrleute seien Menschen, die Fehler machen könnten. "Ob wirklich jemand einen Fehler gemacht hat, wird man am Ende feststellen."

Helfer des Röbeler Feuerwehrtags verunglückt

Bei dem Unfall war ein Auto gegen einen Baum geprallt. Die beiden Insassen wurden verletzt, einer von ihnen schwer. Er musste von der Feuerwehr aus dem Auto geschnitten werden. Die beiden Verunglückten kamen vom Feuerwehrtag des Amtes Röbel, dort waren sie als Kinderbetreuer in Aktion. Beim Fahrer des Unfallwagens hatte die Polizei später einen Atemalkoholwert von 1,23 Promille festgestellt.

Feuerwehr wollte Platzverweis aussprechen

Die beiden Journalisten waren vor Ort, um Bilder zu machen und mit Einsatzkräften zu reden, also ihrem Job nachzugehen. Eigenen Angaben zufolge haben sie die Helfer bei der Arbeit nicht behindert. Einsatzkräfte der Feuerwehr sollen unter anderem versucht haben, die Journalisten des Platzes zu verweisen. Dies sei jedoch Aufgabe der Polizei, so eine Polizeisprecherin gegenüber NDR 1 Radio MV.

Persöhnlichkeitsrechte von Verletzten nicht in Gefahr

Die im Zuge des Unfalls Verletzten waren zu diesem Zeitpunkt bereits ins Krankenhaus gebracht worden. Persönlichkeitsrechte hätten also durch Fotos oder Filmaufnahmen nicht verletzt werden können. Die Polizei gestattete den Journalisten den Zugang. Daraufhin sollen die Medienvertreter von Einsatzkräften der Feuerwehr beschimpft und bedroht worden sein.

Medienvertreter über Nacht unter Polizeischutz

Am späten Abend wurden die Journalisten den Angaben zufolge zusätzlich telefonisch traktiert und bedroht. Auch bei der Polizei in Röbel gingen entsprechende Drohanrufe ein. Nach Angaben der Polizei wurden die Journalisten zeitweise unter Polizeischutz gestellt. Der Dienstgruppenleiter hatte angeordnet, über Nacht eine Polizeistreife vor das Haus der Journalisten zu stellen.

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Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 07.05.2018 | 17:00 Uhr

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