Stand: 21.09.2020 19:00 Uhr

FAQ: Grippeschutzimpfung bei Kindern

Hohes Fieber, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen - das können Symptome für eine echte Grippe - auch Influenza genannt - sein. Bei Kindern können schwere Verläufe sogar zu einer Mittelohr- oder Hirnhautentzündung führen. Hinzu kommt, dass Kinder als Hauptüberträger für Influenzaviren gelten. Sollte man sie also grundsätzlich gegen Grippe impfen lassen? Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Für welche Kinder ist die Grippeschutzimpfung geeignet?

Grundsätzlich können alle Kinder ab einem Alter von sechs Monaten gegen Grippe geimpft werden.

Für wen wird die Impfung ausdrücklich empfohlen?

Es gilt dasselbe wie bei Erwachsenen: Für Kinder mit Vorerkrankungen wie Diabetes, Asthma oder Erkrankungen des Immunsystems ist eine Grippeschutzimpfung laut der Bundesärztekammer ratsam. Einige Ärzte wie der stellvertretende Vorsitzende der Kinderärzte in Mecklenburg-Vorpommern, Steffen Büchner, empfehlen aber, auch gesunde Kinder zu impfen. Zum einen sollen sie so vor schweren Krankheitsverläufen geschützt werden - zum anderen soll die Impfung verhindern, dass sich die Viren in Kitas und Schulen ausbreiten.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Kinder bekommen - im Gegensatz zu Erwachsenen - einen sogenannten Totimpfstoff mit abgetöteten Erregern. So sollen laut Steffen Büchner vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Mecklenburg-Vorpommern die Nebenwirkungen abgeschwächt werden. Dennoch können Erkältungssymptome oder Gliederschmerzen nach der Impfung auftreten.

Wie genau läuft die Impfung ab?

Ab Oktober und November haben die meisten Haus- und Kinderärzte sowie die Gesundheitsämter den Grippeimpfstoff vorrätig. Kinder zwischen sechs Monaten und neun Jahren müssen zwei Mal innerhalb von vier Wochen geimpft werden. Für Kinder ab neun Jahren reicht eine einmalige Impfung aus. Generell hält der Schutz nur für die aktuelle Grippesaison vor - und muss demnach jährlich erneuert werden.

Gibt es genug Impfstoff, um alle Kinder in Deutschland zu impfen?

Sollten alle Kinder geimpft werden, reiche der Grippeimpfstoff nicht aus - so die Einschätzung der ständigen Impfkommission. Sie spricht sich deshalb dafür aus, nur Menschen zu impfen, die durch Vorerkrankungen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf haben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat aber angekündigt, in diesem Jahr bereits mehr Impfstoff zu besorgen als in den vergangenen Jahren.

Wir halten uns ja schon an die Corona-Hygieneregeln - schützt das nicht auch vor einer Grippe?

Die Corona-Hygieneregeln - Abstand halten, regelmäßig und lange Händewaschen oder in die Armbeuge husten - verringern auch die Ansteckungsgefahr mit dem Grippevirus, so Steffen Büchner. Einen ausreichenden Schutz oder gar Ersatz für die Impfung bieten die Maßnahmen ihm zufolge aber nicht.

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