Freest: Fischkutter liegen im Fischereihafen. © Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ Foto: Stefan Sauer/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Elf Anträge auf Abwrackprämie für Fischkutter in MV

Stand: 16.08.2022 13:22 Uhr

Stürmische Zeiten für die Fischer in Mecklenburg-Vorpommern: Sie kämpfen mit drastisch gesunkenen Fangquoten und stark gestiegenen Betriebskosten. EU, Bund und Land wollen helfen - mit Betriebskostenzuschüssen und Abwrackprämien.

In Mecklenburg-Vorpommern sind laut Landwirtschaftsministerium vor Ablauf der diesjährigen Frist elf Anträge auf Abwrackprämien für Ostseefischerei-Kutter gestellt worden. Die Prämien sollen Fischer zur Reduzierung der Fangkapazitäten motivieren. Im Vorjahr waren bereits 20 Anträge auf Abwrackprämien im Nordosten eingegangen. Fischarten wie Dorsch und Hering stehen in der Ostsee unter anderem wegen des Klimawandels stark unter Druck. Die Europäische Union hatte immer wieder Fangquoten gesenkt, um die Bestände zu schützen. Dadurch lohnt sich die Fischerei für immer mehr Fischer nicht.

Ministerium: Schwierige Lage für Fischer hält an

Das Landwirtschaftsministeriums in Schwerin geht davon aus, dass die schwierige Lage der Fischer noch mehrere Jahre anhalten wird. Die Quotenlage sei desaströs, hieß es. Die Prämien sollen Betriebe finanziell und sozial abfedern, die sich verkleinern oder gar ganz aufgeben wollen. Die Höhe der Prämien ist abhängig von der Fahrzeuggröße und liegen zwischen 15.000 Euro und 5.000 Euro je Bruttoraumzahl (BRZ). Es gelten Höchstgrenzen je Klasse.

Weitere Informationen
Der 17 Meter lange Kutter "Bergen" prägte jahrelang die Kulisse des Fischereihafens in Freest.  Foto: Friederike Witthuhn

Freester Fischkutter auf letzter Fahrt

Der 17 Meter lange Kutter "Bergen" prägte jahrelang die Kulisse des Fischereihafens in Freest. Die letzte Tour führt nach Ueckermünde. Dort soll er Denkmal werden. mehr

Noch 224 Fischerei-Betriebe in MV im Haupterwerb

In Mecklenburg-Vorpommern sind derzeit nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums 618 Fischereifahrzeuge für die Fischereiflotte registriert. Es gebe 224 Betriebe im Haupterwerb, 155 Betriebe im Nebenerwerb. Nicht alle Betriebe seien aber aktuell aktiv, weil sie nicht die erforderliche Fangerlaubnis erworben hatten. Prämiengefördert werden ausschließlich Betriebe im Haupterwerb.

Weitere Hilfen in Aussicht gestellt

Die zuletzt stark gestiegenen Betriebskosten - insbesondere getrieben von den Spritkosten - setzen die verbliebenen Fischer zusätzlich unter Druck. Der Bund stellte deshalb aus einem Hilfsprogramm weitere Entlastungshilfen in Aussicht. Angesichts der andauernden Krise wird die maximal zulässige Hilfe pro Betrieb von 35.000 auf 75.000 Euro angehoben, wie das Agrarministerium in Berlin der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Zur Begründung hieß es, gerade bei größeren Firmen und Schiffen über 40 Meter Länge reiche die bisherige Höchstgrenze nicht aus, um die gestiegenen Kosten abzufedern. Fischer, die bereits Anträge gestellt haben, müssten nichts weiter unternehmen. Die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung werde gegebenenfalls neue Bescheide schicken.

Weitere Informationen
Möwen kreisen über einem Fischkutter im Hafenbecken von Kloster. © NDR Foto: Gerald Schneider aus Kloster

Ostseefischer reagieren verhalten auf Maßnahmenpaket von Bund und Ländern

Die Fischer an der Ostsee befürchten, dass die angekündigten Hilfen nicht rechtzeitig bei den Betroffenen ankommen. mehr

Möwen kreisen über einem Fischkutter im Hafenbecken von Kloster. © NDR Foto: Gerald Schneider aus Kloster

Aus für Kutter- und Küstenfischerverband: "Wirtschaftliche Existenz nicht mehr gegeben"

Grund ist die prekäre wirtschaftliche Lage angesichts sinkender Fangquoten. Von der Landespolitik fühlen sich die Fischer im Stich gelassen. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 16.08.2022 | 13:00 Uhr

Schlagwörter zu diesem Artikel

Fischerei

Mehr Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern

Das Bild zeigt ein kleines Gasleck bei Nord Stream 2 in der Ostsee, fotografiert aus einem Flugzeug der schwedischen Küstenwache. An den Nord-Stream-Gasleitungen in der Ostsee gibt es insgesamt vier statt wie bisher bekannt drei Lecks. © Swedish Coast Guard/dpa Foto: Swedish Coast Guard/dpa

Schweden: Wieder Gasaustritt aus kleinem Leck an Nord Stream 2

Laut Betreiber-Mutterkonzern Gazprom könnte die Gasversorgung über einen unbeschädigten Pipeline-Strang wieder aufgenommen werden. mehr

30 Jahre NDR in Mecklenburg-Vorpommern

Stefan Kuna und Theresa Hebert mit der Funkhausband. © NDR Foto: Svenja Pohlmann

Geburtstagsfest am Funkhaus: 10.000 feiern 30 Jahre NDR in MV

Mit insgesamt rund 10.000 Besuchern hat der NDR in und am Landesfunkhaus Schwerin seinen 30. Geburtstag in Mecklenburg-Vorpommern gefeiert. mehr

NDR MV Highlights

Lottokugeln liegen im Herbstlaub. © picture-alliance/ dpa/dpaweb, Uwe Wittbrock/Fotolia.com Foto: Erwin Elsner,Uwe Wittbrock

Höher oder niedriger? Tippen und bei Kunas Herbstlotto gewinnen

Bis zu 1.600 Euro können Sie erspielen. Wer sich verzockt bekommt von uns eine Stefan Kuna Tasse als Trostpreis. mehr

Jan-Philipp Baumgart lehnt an einer Betonwand. © NDR Foto: Katharina Kleinke

Jan kommt kochen - Jetzt für die Weihnachtsfolgen bewerben

Für die Weihnachtsedition von Jan kommt kochen suchen wir Sie mit Ihrem liebsten Weihnachts-Rezept. mehr

Jugendliche sitzen an einem Laptop - auf dem Bild steht "ARD Jugendmedientag 2022" © ARD

Jetzt bewerben: Spannende Workshops in Schwerin beim Jugendmedientag

Die ARD lädt am 15. November wieder zum Jugendmedientag ein - mit deutschlandweit mehr als 155 Workshops und Talks. mehr