Vor einem Restaurant in Wolgast stehen zwei Transporter. An dem Gebäude ist der Schriftzug "Griechische Spezialitäten" zu lesen. © NDR Foto: NDR

Durchsuchungen wegen illegaler Arbeitskräfte in Restaurants

Stand: 11.08.2021 18:12 Uhr

In mehreren Restaurants sollen ausländische Arbeitskräfte illegal beschäftigt und ausgebeutet worden sein. Bei umfangreichen Durchsuchungen hat die Polizei Beweise gesichert. Der Hauptverdächtige kam in Untersuchungshaft.

Mit Razzien in Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen ist die Polizei gegen illegale Beschäftigung in der Gastronomie vorgegangen. Etwa 300 Beamte durchsuchten am Dienstag rund ein Dutzend Objekte, wie die Staatsanwaltschaft Stralsund, die Bundespolizeidirektion Bad Bramstedt und das Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern mitteilten. Restaurantbetreiber sollen Menschen aus Nicht-EU-Staaten mit gefälschten Papieren eingeschleust und sie als Billigarbeitskräfte ausgenutzt haben.

300 Polizisten im Einsatz

Den eingeschleusten Beschäftigten sei der Lohn vorenthalten oder nur sehr wenig ausgezahlt worden. Bei den Durchsuchungen seien 21 Menschen festgestellt worden, bei denen etwa der Verdacht bestehe, dass sie mit falschen Dokumenten illegal beschäftigt wurden.

Der Hauptverdächtige wurde laut Mitteilung festgenommen. 840.000 Euro Vermögen wurden sichergestellt. Diese Summe sei durch das illegale Geschäftsmodell erwirtschaftet worden. Die Beschuldigten haben nun keinen Zugriff mehr auf das Geld.

Haftbefehl gegen Hauptverdächtigen

Laut Staatsanwaltschaft handelt es sich beim Hauptverdächtigen um einen 36 Jahre alten Mann aus Georgien. Er soll der Kopf einer größeren Schleuserbande sein, die sich als Griechen ausgegeben haben. Am Dienstag hatte sich der Mann auf der Flucht vor der Polizei befunden und sich ins Ausland absetzen wollen. Er konnte aber kurz vor der polnischen Grenze durch deutsche Beamte gefasst werden. Da Flucht- und Verdunklungsgefahr bestand, erließ das Amtsgericht Stralsund am Mittwochnachmittag Haftbefehl.

Etliche Vorwürfe gegen sieben Verdächtige

Die Ermittlungen richten sich gegen sieben Beschuldigte im Alter von 19 bis 59 Jahren. Sie werden verdächtigt, seit 2019 an unterschiedlichen Orten in den Landkreisen Vorpommern-Greifswald und Mecklenburgische Seenplatte sowie in Niedersachsen Restaurants eröffnet zu haben, um dort Eingeschleuste unter ausbeuterischen Verhältnissen zu beschäftigen. Es geht um insgesamt knapp 30 mögliche Taten. Vorgeworfen wird den Verdächtigen das Einschleusen von Ausländern, das Verschaffen von falschen amtlichen Ausweisen, Urkundenfälschung und Menschenhandel zum Zwecke der Ausbeutung der Arbeitskraft beziehungsweise der Beihilfe zu diesen Taten.

Weitere Informationen
Ein Polizist durchsucht ein Gelände. © aktuell24

Nach Razzien: Haftbefehl für Hauptbeschuldigten beantragt

Der 36-Jährige soll Kopf einer Schleuserbande sein, gegen die die Polizei auch in Niedersachsen ermittelt. mehr

Dieses Thema im Programm:

NDR 1 Radio MV | 11.08.2021 | 18:00 Uhr

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